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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Politik

Oldenburger diskutieren Straßen-Umbenennung

05.03.2015

Oldenburg Die Anlieger der Ludwig-Erhard-Straße wollen keine neue Adresse. Das wurde am Dienstagabend bei einer teilweise sehr emotional geführten Straßennamen-Diskussion zum Thema „Umstrittene Paten“ deutlich. Die Stadt und die Universität hatten zum Auftakt der Schlussrunde auch die Anwohner der Felix-Wankel-, Richard-Strauss- und Ferdinand-Sauerbruch-Straße in das PFL eingeladen.

Nachdem Kulturamtsleiterin Christiane Cordes noch einmal den Prozessverlauf seit 2008 geschildert und die bisherigen Kosten mit 35 074 Euro beziffert hatte, führten Prof. Dietmar von Reeken und Prof. Malte Thießen von Seiten der Universität noch einmal in das Thema ein.

Sie erläuterten, dass sie allenfalls die Fakten lieferten, aber keine Bewertung der neun verbliebenen Männer und der einen Frau vornähmen. Ob deren Handeln im Nationalsozialismus so eingeschätzt werden müsse, dass sie keine Straßennamen mehr als Ehrung verdienten, obliege den politischen Gremien.

Kultur- und Verkehrsausschuss werden den Beschluss des Rates, der noch vor den Sommerferien fallen soll, vorbereiten. Drei Möglichkeiten werden diskutiert: Straße umbenennen, Straßenschild durch biografischen Zusatz des Namensgebers ergänzen oder alles so zu belassen.

Moderator Uwe Fischer unterstrich, dass es sich nicht um eine Straßen-Umbenennungsdebatte handele, sondern um eine Einordnung der betreffenden zehn Personen, die aus insgesamt 74 Namen herausgefiltert und noch weiter diskutiert werden. Unter dem Applaus vieler sagte ein Besucher, dass er unter den verbliebenen Namenspaten kaum einen finde, der eine wirkliche Nazi-Vergangenheit habe. Einer der zur Diskussion Stehenden ist der Heimatdichter August Hinrichs, dessen Enkel Dirk wissen wollte, wie eng- oder weitmaschig denn der Begriff Verstrickung ausgelegt werde.

Roland Neidhard wiederum wohnt in der August-Hinrichs-Straße und erläuterte, dass seine Familie deshalb schon mehrfach beschimpft worden sei. Er begrüßt die Debatte, egal wie sie ausgeht.

Für Cord Grasse aus der Ludwig-Erhard-Straße hingegen wäre es auch international ein fatales Signal, wenn Oldenburg eine Ludwig-Erhard-Straße umbenenne.

Ein Anwohner der Dr. Sauerbruch-Straße meinte, die Wissenschaftler seien die Falschen, um den Frust über die Debatte abzuladen. Man müsse mit den Entscheidungsträgern diskutieren.

Ratsfrau Sinje Eichner (Grüne) bekräftigte noch einmal die Notwendigkeit der Straßennamen-Diskussion. Die Ratsfrauen Esther Niewerth-Baumann (CDU) und Gertrud Suntrup (SPD) erklärten namens ihrer Fraktionen, es werde keine Umbenennungen von Straßen gegen den Willen der Anwohner geben.

Am Mittwoch, 11. März, wird ab 19 Uhr im PFL über die Namensgeber Hinrich-Wilhelm Kopf, Theodor Pekol und Johann Heinrich Schütte diskutiert.

Sabine Schicke stv. Redaktionsleitung / Redaktion Oldenburg
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