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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Politik

Armutszeugnis für Verwaltung

22.01.2019
Betrifft: „Tafel fühlt sich von Stadt missachtet“; über die Beschwerde von Tafel-Mitarbeitern über fehlende Anerkennung NWZ vom 16. Januar)

Ich lernte Frau Ibendahl im Jahr 2008 als Leiterin des „Erzählcafés“ des Inforums der Stadt kennen (ebenfalls als „Ehrenamtliche“). Sie war als Gastreferentin zu uns gekommen, um uns von ihrer Arbeit bei der Tafel zu erzählen.

Ihre ehrenamtliche Wochenarbeitszeit betrug damals mindestens 38 Stunden, wie sie sagte. Sie organisierte u.a. mit vielen ebenfalls ehrenamtlichen Mitarbeitern die Abholung und Verteilung von Lebensmitteln. Frau Ibendahl hatte zu diesem Zeitpunkt (also im August 2008) gerade den Bescheid der Stadt erhalten, keinen kostenfreien Parkplatz für ihre Einrichtung in der Kaiserstraße in Anspruch nehmen zu können. Ihre Mitarbeiter zahlen diese Gebühren also aus eigener Tasche. Sozusagen am gleichen Tag rief die entsprechende Person des Sozialamtes bei ihr an, sie möge doch so gut sein und der Schule XY einige Lebensmittel vorbeibringen.

Die Problematik „Parkplatz“ ist also schon 10 Jahre bekannt, und keiner in der Stadtverwaltung hat sich dafür verantwortlich gefühlt, etwas zugunsten der Einrichtung zu unternehmen. Dass es „die Tafel“ gibt, weiß wohl jeder. Auch ein Oberbürgermeister – Nutznießer ist man wohl gerne. Da wird der Sozialhaushalt etwas entlastet.

Es ist wirklich traurig, dass die Verantwortlichen so gleichgültig mit Frau Ibendahl und ihrer Einrichtung umgehen. Wahrscheinlich ist es schon Gewohnheit, dass hier ehrenamtlich viel gegeben wird – aber unter diesen Bedingungen bestimmt nicht mehr lange.

Doris Heckler
Oldenburg

Als ich diesen Artikel in der NWZ las, bekam ich Schnappatmung! Ich war erbost, verärgert, sauer und empört. Da wird von Staat, Land und Kommune, sogar von der Kirche fabuliert, man solle doch ein Ehrenamt annehmen und sich der Allgemeinheit, dem Gemeinwohl (...) verschreiben. Viele ältere Menschen (...) sehen hier eine Aufgabe, anderen Menschen zu helfen, und das ist auch gut so.

Nun sehen wir aber auf einmal die hässliche Seite des Ehrenamtes; Menschen opfern ihre Freizeit, ihre karge Rente, für Busfahrten, Parkgebühren und Benzinkosten. Die Mitarbeiterin der NWZ schreibt zu Recht „Sie holen die Wut von der Straße“! Genau das ist es, was die Bürger immer mehr beklagen, denn die Renten sind meist mager und werden sogar noch besteuert; und die Gebühren der Stadt sind auch nicht ohne.

Wenn ich aber jetzt höre, die Tafel in Oldenburg besteht schon seit 23 Jahren, und noch nie war ein Vertreter der Stadt oder des Rates vor Ort, zeigt das ein beschämendes Bild; man kann sich nur wundern, denn hier wird wertvolle Arbeit (kostenlos) geleistet.

Ich finde das alles sehr peinlich für OB und die Stadt Oldenburg und möchte anregen, dass doch für ehrenamtlich tätige Personen eine entsprechend positive Regelung auch in Bezug des ÖPNV getroffen wird, die dem Ehrenamt gerecht wird.

Peter Helsper
Oldenburg

Das ist das neue Miteinander!

Udo Engelbart
Oldenburg

Beim Lesen des Artikels hat es mir fast die Sprache verschlagen. Interessant war vor allem, dass die Stadtverwaltung sich auf Anfrage der NWZ „betroffen“ zeigte. Worüber sind die Herrschaften eigentlich betroffen? Sind sie betroffen über ihre eigene Ignoranz und ihre Unfähigkeit, in einem Zeitraum von 23 Jahren all den ehrenamtlich arbeitenden Menschen der Tafel nicht ein einziges Mal Lob und Anerkennung gezollt zu haben? Betroffen also über das desolate Bild, das sie im Spiegel abgeben, den man ihnen nun vorgehalten hat? Das wäre ja wenigstens etwas! Ein Oberbürgermeister und eine Stadtverwaltung, die offensichtlich nichts anderes im Kopf haben, als von der Tafel auch noch Biomüll-Gebühren einzufordern, sollten in der Tat sehr, sehr betroffen sein, wenn sie sich selbst im Spiegel betrachten.

Peter Melzner
Oldenburg

Auch die Bedürftigen selber, d. h. die Kundschaft der Tafel, erfahren Missachtungen durch Entscheidungsträger in der Stadtverwaltung und Kommunalpolitiker. Dass niemand von denen, die in dieser Stadt für die Daseinsvorsorge (kommunale Aufgabe) Verantwortung tragen, jemals das Gespräch mit den Mitarbeitern der Tafel gesucht hat, wie die NWZ berichtet, mag ich gar nicht glauben. Aber letztlich passt dieser Befund dazu, welches „Ansehen“ in Not geratene Menschen auch in Oldenburg haben.

Man will es gar nicht so genau wissen. Dies zeigt auch die Tatsache, dass es keinen Armutsbericht für die Stadt Oldenburg gibt, wie in anderen Städten und Gemeinden durchaus üblich.

Ein Parteitag der SPD hat einen solchen Armutsbericht vor nunmehr drei Jahren gefordert, im Sozialausschuss wurde die Forderung danach von Frau Sachse abgebürstet.

(...) Die Verantwortlichen der Oldenburger Tafel kann man fragen: Warum stellt Ihr keinen Antrag bei der Stadt auf Zuwendungen.

Dieter Niebisch
Oldenburg

Was erwartet die Tafel? Das ihre tolle Arbeit von Mitarbeitern der Stadtverwaltung und der Politik anerkannt wird? (...) Eine schnelle Anordnung wäre: Für die ehrenamtlichen Mitarbeiter der Tafel dafür zu sorgen, dass Sie während der Arbeit kostenlos parken dürfen (...). Was für ein Armutszeugnis für die Stadtverwaltung und die Politik!

Jürgen Fogts
Oldenburg

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