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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Politik

Beim Grünkohl soll Teamgeist entstehen

30.01.2015

Oldenburg Hannover statt Bosporus und Afrika: Das 58. Defftig Ollnborger Gröönkohl-Äten am Montag in Berlin ist das erste unter der Ägide von OB Jürgen Krogmann (SPD) und kommt bodenständiger daher als das 57. Das hatte sein Vorgänger Gerd Schwandner deutlich wie nie zuvor nach der Maßgabe seiner international ausgerichteten Strategie gestaltet.

Das wird schon am Personal deutlich: 2014 wurde der türkische Botschafter Hüseyin Avni Karslioglu Kohlkönig, 2015 wird es der niedersächsische Ministerpräsident Stephan Weil (SPD). 2014 agierte der aus Ganderkesee stammende Yared Dibaba – Plattsnacker mit äthiopischen Wurzeln – als Großer Kurfürst, 2015 übernimmt der als „Günther, der Treckerfahrer“ bekannt gewordene Comedian Dietmar Wischmeyer aus Hannover diese Rolle.

Dass die neuen Nuancen eine Wendung von der Internationalisierung zur Provinzialität seien, lässt Sozialdemokrat Krogmann aber nicht gelten: Das könne vom Eindruck her so sein, in der Sache aber nicht, sagte der Oberbürgermeister der NWZ . So sei Karslioglu natürlich Gast beim „Kohläten“ in Berlin. Er werde als OB den Internationalisierungskurs nicht aufgeben: „Ich habe in Groningen sehr gute Kontakte geknüpft, plane eine Reise nach Südafrika und werde mich in Hamburg mit dem chinesischen Generalkonsul treffen.“,

Wichtig sei für ihn, dass er das nicht alleine mache. „Da fällt keine Destination raus, aber ich werde mich fokussieren auf die Dinge, die wirklich wichtig sind, und ich werde den Rat dabei mitnehmen.“ Was er nicht machen werde, sei „Bürgermeistertourismus“: „Dass ich irgendwo hinfahre und keiner weiß, was ich da mache – das wird es mit mir nicht geben.“

Zahlen und Fakten

Beim Gröönkohl-Äten in Berlin wird ordentlich zugelangt: Aufgetragen werden rund 200 Kilogramm Grünkohl, 60 Kilo Pinkel, 95 Kilo Kasseler, 50 Kilo Kochwurst und 38 Kilo Räucherspeck sowie ausreichend Bier und Korn.

Seit mehr als 25 Jahren kommt der Kohl aus dem Bümmersteder Krug. Mit 200 Kilo Grünkohl und den Beilagen im Transporter fuhren die Gastronomen Erwin und Hildburg Abel zunächst nach Bonn, später dann nach Berlin. Küchenchef Nico Winkelmann und Claudia Seweron führen diese Tradition in der Geschäftsführung des Restaurants fort. Winkelmann wird diesmal übrigens zum ersten Mal selbst in Berlin dabei sein. Serviert wird von Auszubildenden der Oldenburger Gastronomie.

Früher wurde das Grünkohlessen in Oldenburg gefeiert, die Promis kamen an die Hunte. Als Bundespräsident Heuss 1956 nicht nach Oldenburg kommen konnte, fuhren die Stadtväter in die Bundeshauptstadt Bonn und richteten dort das Essen aus. Seitdem wird die Tradition des „Defftig Ollnborger Gröönkohl-Äten“ gepflegt.

Was das Essen in Berlin angehe, habe er darauf geachtet, dass viele Land- und Bundestagsabgeordnete aus der Region dabei sind. Die höhere Politikebene sei wichtig für Oldenburg. „Ich möchte, dass die Gäste, die in Berlin sind, sich als Oldenburger Mannschaft verstehen, die sich mit Stadt und Region identifiziert“, sagte er. Da darf man gespannt sein, ob das auch für Enak Ferlemann (CDU) gilt. Der Parlamentarische Staatssekretär im Verkehrsministerium ist eine Schlüsselfigur in Sachen Bahnumfahrung. Er hat im September einen Kostenvergleich von Stadtstrecke und Umfahrung der Bahn angekündigt, die bis Ende des Jahres vorliegen sollte, bislang hat man aber noch nichts davon gehört. Da sind beim Grünkohl Fragen angebracht.

Ansonsten ist die Riege von Vertretern der Bundesregierung kurz. Aus der ersten Reihe hat Johanna Wanka, CDU-Bundesministerin für Bildung und Forschung, zugesagt, zudem sind fünf Staatssekretäre (also Ministervertreter dabei). Aus der Parlamentsspitze kommen Thomas Oppermann (SPD-Fraktionsvorsitzender) und Cem Özdemir (Grünen-Vorsitzender).

Die Landesregierung ist stark vertreten: Neben Weil sind dabei Wirtschaftsminister Olaf Lies (SPD), Landwirtschaftsminister Christian Meyer (Grüne), Justizministerin Antje Niewisch-Lennartz (Grüne), Sozialministerin Cornelia Rundt (SPD), und Umweltminister Stefan Wenzel (Grüne).


NWZ TV    zeigt einen Beitrag unter   www.nwz.tv/oldenburg-stadt 
Video

Thorsten Kuchta
stv. Redaktionsleitung
Redaktion Oldenburg
Tel:
0441 9988 2102

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