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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Politik

Biografie einer eher „ungeliebten“ Persönlichkeit

16.04.2019
Betrifft: „Terroristin herausragende Persönlichkeit?“ (NWZ vom 2. April), und „Vortrag über Ulrike Meinhof findet Unterstützung“ (NWZ vom 3. April)

Die Kritik von Christoph Baak zur Aufnahme Ulrike Meinhofs in die Reihe „Oldenburger Lebensläufe im Dialog“ kann ich weder nachvollziehen noch teilen. Ich gratuliere den Veranstaltern der Reihe vielmehr zu ihrem Konzept, sich im Rahmen der Dialoge auch mit der Biografie einer eher „ungeliebten“ Oldenburger Persönlichkeit auseinanderzusetzen. Wer im vergangenen Wintersemester in der öffentlichen Ringvorlesung Philosophie den sehr differenzierten Ausführungen von Prof. Dr. Matthias Bormuth zu Leben und Wirken Meinhofs folgen durfte, kann bestätigen, dass es sich lohnt, den Werdegang dieser Elitestudentin hin zum „Staatsfeind Nr. 1“ zu verfolgen. Machte er doch deutlich, wie es zu einer stufenweise ablaufenden Radikalisierung kommen konnte. Einen solchen Weg klug, feinfühlig, aber an keiner Stelle verherrlichend nachzuzeichnen und eine Skizze von Ulrike Meinhof zu entwerfen, wie sie unter den Umständen ihrer Zeit und bestimmten lebensgeschichtlichen Voraussetzungen zur Terroristin wurde, ist Bormuth nach intensiver Recherche mehr als gelungen. Wer Radikalisierung verstehen will, kommt an einer differenzierten Betrachtung nicht vorbei. Dass eine solche im Rahmen der Dialog-Reihe kontrovers und spannend wird, steht außer Frage. Dass sie in Oldenburg am Beispiel Ulrike Meinhofs im September möglich ist, spricht für diese Stadt.

Dr. Christiane Brokmann-Nooren
Oldenburg

Gewiss, was sich zur Zeit der „Baader-Meinhof-Bande“ in Deutschland abspielte, war nicht schön. Ich will es auch nicht schön reden. Aber vor allem der Innenminister Genscher nimmt einige Ankündigungen des Großmauls Andreas Baader so ernst, dass er einen Fahndungsapparat anlaufen lässt wie man ihn bisher nicht gesehen hat. Die Springer-Zeitungen ihrerseits ernennen die RAF zum Staatsfeind Nr. 1. Nachdem die ersten im Knast sitzen, macht sich keiner die Mühe, mal mit den Leuten zu reden. Statt dessen fängt die Polizei schon an, bei Verdacht zu schießen, 146 Menschen kommen von 1971 bis 1978 durch Schüsse von Polizisten zu Tode, davon nur 16 bei der Jagd nach Terroristen.

Ich frage mich, war die gnadenlose Jagd das richtige Handeln in dieser Situation ? Da spielt sich eine kleine Gruppe von 30-50 Personen mit großen Proklamationen auf, und darauf wird die Anzahl Polizisten erheblich verstärkt, sie bekommt zusätzlich 4000 Mann, Hubschrauber Panzer, Handgranaten, Maschinengewehre. Und so schaukelt sich das Ganze hoch – und die arme Ulrike Meinhof wird mitgerissen.

Da war allerdings ein Kriminalbeamter, der sich mit den RAF-Schriften beschäftigt hatte, er kannte die Eltern und die in Stammheim Einsitzenden, er hatte ihr Vertrauen. Er meinte z.B. Schleyer hätte nicht zu sterben brauchen. Man fragt sich überhaupt im Nachhinein: Hatte die Brachialgewalt gegen Andersdenkende auf der Straße vielleicht schon so sehr Tradition in der BRD seit Adenauer, dass sich die Politiker und die Springer-Leute etwas anderes gar nicht vorstellen konnten?

Dr. Hans-Peter Geis
Oldenburg

Ich möchte dem Diözesanvorstand des Katholischen Arbeitnehmerverbandes KAB, der Karl-Jaspers-Gesellschaft und besonders Herrn Höpken als linken Ratsherren der Stadt Oldenburg die Frage stellen, ob Adolf Hitler, der 77-fache Mörder Breivik und Idi Amin, der Kinderfleisch aß, auch hervorragende Menschen waren? Terroristen der Rote-Armee-Fraktion, die über Leichen gegangen sind, können laut Duden und nach meiner Meinung keine hervorragenden Menschen sein. Früher verloren verurteilte Mörder ihre Bürgerlichen Ehrenrechte.

Georg Klaukien
Oldenburg

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