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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Politik

Blauschimmel-Atelier in Oldenburg sieht schwarz

18.07.2016

Oldenburg Dunkle Wolken über dem Blauschimmel-Atelier: Dem Verein, seit 1998 Bestandteil der Oldenburger Kulturszene, droht das Aus. Grund ist eine versiegende Zuschussquelle. Im April 2017 läuft die seit drei Jahren gewährte Strukturförderung des Landes Niedersachsen aus. Ohne die Landesmittel – in den Jahren 2014 und 2015 waren es jeweils 29.350 Euro, für 2016 wird mit 23.350 Euro geplant – klafft ein Defizit im Blauschimmel-Budget.

Obwohl Geschäftsführerin Ilaria Massari insgesamt mit höheren Einnahmen aus Zuschüssen, Kursbeiträgen, Eintrittsgeldern, Auftrittsgagen, Spenden und Sponsorenmitteln rechnet, enthält ihre Kalkulation für 2017 ein Minus von 12.500 Euro, das 2018 auf 20.800 Euro anwächst. „Ob wir eine Lösung finden, ist noch unklar“, sagt Massari.

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Die Strukturförderung hat den Verein in die Lage versetzt, seine Arbeit durch eine hauptamtliche Geschäftsführung zu professionalisieren und sich wirtschaftlich zu stabilisieren. „Ohne Anschlussfinanzierung muss der Verein voraussichtlich aufgelöst werden“, befürchtet Massari. Eine Rückkehr zu einer rein ehrenamtlichen Organisation sei ausgeschlossen: „Das ist nicht mehr leistbar“, so Massari.

Das Blauschimmel-Atelier wurde 1998 als gemeinnütziger Verein gegründet. Menschen mit und ohne Behinderungen, jeden Alters und aus allen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens haben hier die Möglichkeit, ihr kreatives Potenzial zu entdecken und weiterzuentwickeln. Das Blauschimmel-Atelier an der Klävemannstraße bietet wöchentlich Kurse in den Bereichen Theater, Bildende Kunst (Malerei, Bildhauerei), Maskenbau und -spiel, Musik und Bewegungsimprovisation an, die von Künstlerinnen und Künstlern angeleitet werden. Neben dem umfangreichen Wochenprogramm konzipiert und organisiert das Blauschimmel-Atelier Workshops, Kunstprojekte im öffentlichen Raum und soziokulturelle Projekte. Das Kursangebot wurde im Vorjahr von rund 140 Teilnehmern genutzt, in die Projekte waren gut 400 Menschen involviert.

Die Stadt finanziert die Arbeit jährlich mit rund 15.000 Euro mit. In der jüngsten Sitzung des Kulturausschusses, in der Ilari Massari die künstlerische Arbeit und die wirtschaftliche Situation vorstellte, gab es positive Signale aus Reihen der Politik: „Wir sehen die Notwendigkeit für mehr Unterstützung“, sagte SPD-Ratsfrau Ursula Burdiek. Die Arbeit des Blauschimmel-Ateliers sei für die Stadt „sehr wertvoll“. So sieht es auch Andrea Hufeland (Grüne): „Wunderbar und wichtig“ sei das, was unter dem Titel „Kunst für alle“ geleistet werde. „Wir brauchen solche inklusiven Angebote“, betonte Hufeland. Das Ehrenamt stoße hier an seine Grenzen.


  www.blauschimmel-atelier.de 

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