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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Politik

Deutsch-polnische Freundschaft bei Konzert präsent

14.10.2014

Oldenburg Erinnern, damit so etwas nie wieder passiert. Die Gegenwart gestalten, um einen positiven Einfluss auf die Zukunft zu nehmen. Diese Sätze schweben als Losung über dem Konzert zum Gedenken an den Warschauer Aufstand vor 70 Jahren in der Forumskirche St. Peter, das vom Warschauer Knaben- und Männerchor sowie Gesangssolisten und dem Kammerorchester der „Oldenburger Ratsmusik“ unter der Gesamtleitung von Krzysztof Kusiel-Moroz gestaltet wurde.

Erinnern – das tut Barbara Martyna-Lauerwald, Leiterin des Kammerorchesters, mit dem Vorlesen der niedergeschriebenen Erinnerungen ihrer älteren Schwester an den Warschauer Aufstand, der am 1. August 1944 seinen Anfang nahm. Erschütternd ist das Gehörte über die so menschenverachtenden Taten der Nationalsozialisten. 63 Tage hielt der Warschauer Aufstand an: Die polnische Heimatarmee hatte sich gegen die deutsche Besatzung erhoben, wurde jedoch von Wehrmacht und SS blutig niedergeschlagen. Tausenden toten polnischen Zivilisten in den ersten Tagen folgten in den weiteren zwei Monaten bis zu 200 000 weitere Zivilisten und zahlreiche Soldaten. Auf Befehl Himmlers wurde Warschau schließlich nahezu dem Erdboden gleichgemacht.

Dass nach diesen Ereignissen eine deutsch-polnische Freundschaft entstehen konnte, ist absolut keine Selbstverständlichkeit. Musikalisch ist sie in der Forumskirche ganz gegenwärtig. Mit einer sehr schlichten Interpretation von Mozarts „Ave verum corpus“ (Orgel: Marcin Piotr Łopacki) eröffnet der Knaben- und Männerchor das Konzert und beeindruckt nicht nur durch die ganz besondere Klangästhetik der jungen Stimmen. Auf Rheinbergers „Alma redemptoris mater“ folgen einige Werke polnischer Komponisten, darunter Józef ŚSwiders „Mein Lied“ für A-cappella-Chor, Andrzej Panufniks „Warschauer Kinder“ für Chor, Orchester und Männerstimme und auch Zbigniew Krukowskis „Warschau, Du weißt es genau“.

Den Höhepunkt des Abends bildet Mozarts Krönungsmesse. Wie zuvor besticht der Chor durch strahlende, leichte Höhe, sehr homogenen Gesamtklang und detailreiche Ausgestaltung des Notentextes. Daneben ist das Solistenensemble mit Izabella Jaszczult-Kraszewska (Sopran), Agnieszka Jakubowska (Alt), Tomasz Piluchowski (Tenor) und Piotr Łapiński (Bass) gut gewählt. Mit sehr weichem und intensivem Sopran fasziniert Jaszczult-Kraszewska in dem wunderschönen Agnus Dei.

Die Gegenwart gestalten – hier und jetzt. Mit diesem Konzert gelingt es ganz wunderbar.

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