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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Politik

Jürgen Krogmanns Heimspiel vor leerer Tribüne

09.03.2019

Dietrichsfeld /Bürgerfelde Alles gut? Na, muss wohl! Spekuliert zumindest Jürgen Krogmann an diesem Abend. „Auf ein Wort mit dem Oberbürgermeister“ hieß es in den Mitteilungen wie auf Plakaten, die der SPD Ortsverein Nordwest in den vergangenen Tagen verschickt und geklebt hatte – auch hier am Vereinsheim Stadtfeld. Gerade nach den medial für Krogmann durchaus anstrengenden Wochen habe man heuer wohl deutlich mehr Gesprächspartner erwartet, was allein die Zahl der Sitzmöglichkeiten im Eck verspricht.

Tatsächlich hat sich nicht mal ein Dutzend Zuhörer zum Dialog eingefunden, OV-Mitglieder sind da übrigens schon inklusive. „Das heißt ja wohl, dass alles in Ordnung ist...“, sagt der OB, gönnt sich einen Schluck aus seinem Weizenbierglas und holt dann zum Monolog aus. Nein, zugegeben, das Bild Oldenburgs in der weiten Welt war in jüngerer Vergangenheit nicht das allerbeste. Klinik-Skandal, Schlachthof-Skandal, Diesel-Skandal. Puh. Das muss man erst einmal verarbeiten. Dann war da aber auch die absolut wohlwollende Prognos-Studie zur Oldenburger „Lebensqualität“; hinzu kämen die weiter stark wachsenden Einwohnerzahlen als Beleg für die Kraft dieser Stadt. „Einige Herausforderungen“, nennt Krogmann das – und erntet Zustimmung.

„Die finden alles Mist“

Etwas unruhiger wird’s dann aber, als der erste Mann in die Angriffsverteidigung übergeht. „Ihr lest ja alle Zeitung ...“, sagt er mit Verweis auf die öffentlichkeitswirksamen Streitthemen Stadtmuseum und Kultur-Dezernentenstelle. Und „es ärgert mich, wenn Einzelne aus einer Schlechtlaunigkeit heraus alles kritisch darstellen.“ Krogmann schickt – pro neues Stadtmuseum – die Machbarkeitsstudie ins Feld, den Architekturwettbewerb, die Millionen quasi von Dennis Rohde aus dem Haushaltsausschuss. Aber: „Der OB hat dann einen Fehler gemacht – moderne Architektur der Facebook-Gemeinde zu präsentieren“, sagt Krogmann über Krogmann, „das mache ich nie wieder. Weil in den Sozialen Medien eine zum Teil derart schlecht gelaunte Meute unterwegs ist, die findet alles Mist.“ Unglücklich sei das gewesen, sagt er, weil Medien auf dieses Online-Stimmungsbild angesprungen seien. Indes: „So wie das Museum derzeit aufgestellt ist, macht man es nun entweder richtig – die Chance ist da –, oder man lässt es sein, dann macht man’s aber auch dicht. An diesem Punkt bin ich inzwischen. So wie jetzt hat es keine Zukunftsfähigkeit.“

Feste Sperrmülltermine

Krogmann spricht in der Folge von Synergieeffekten, von Potenzialen und kultureller Teilhabe – „da bin ich jetzt auch mal Sozi“. Er wolle Offenheit, ein offenes Haus für die Stadtgesellschaft und keinen Kulturtempel für Einzelne, die ohnehin ins Museum gehen. „Dieses klassische bildungsbürgerliche Publikum, was sich gerne Sonntags um 11 zur Ausstellungseröffnung trifft, ist weiter wichtig. Aber wie lang wird das noch das dominante Klientel sein?“

Widerspruch gibt’s da aus der heimischen Nordwestkurve wenig, detaillierte Nachfragen schon. Allein: Beantworten könne Krogmann diese nicht. Noch nicht. Gleiches gilt für Wünsche und Kritik zu anderen Themen.

Die Lage für Radfahrer auf der Alexanderstraße sei nach wie vor „katastrophal“, merkt da Rainer Ehbrecht an – und legt eine Liste mit 20 höchstselbst vermessenen Fuß- und Radweg-Breiten ebenda vor. „Viel zu gefährlich!“, sagt’s und verbindet die Liste mit dem Wunsch nach einer straßenbeidseitigen Freigabe. Ein anderer fordert aufgrund „wilder Kippen“ feste Sperrmülltermine im Jahr – „das funktioniert in anderen Städten auch, nur bei uns nicht!“

Und wie steht es um die Entlastungsstraße zwischen Fliegerhorst und Wechloy („So schnell wie möglich!“), wie um weiteren Schutz in 30er Zonen („Ich hab gelernt, auf Verkehrsschilder zu achten – man kann den Leuten doch nicht alle Verantwortung abnehmen!“), wie um Fahrverbote in der Innenstadt („Bin jetzt sehr viel gelassener als vor zwei, drei Monaten – ich glaube nicht, dass welche kommen!“)?

Wenige Diskussionswillige, dafür aber viele Auftraggeber: Für den OB läuft’s am Donnerstagabend „offline“ am Tisch deutlich gefälliger und geselliger als „online“ in den Wochen zuvor. Doch Entspannung? Von wegen.

Marc Geschonke Redakteur / Redaktion Oldenburg
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