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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Politik

Nach Dem Zweiten Weltkrieg: Frieden löste unvergessliches Gefühl aus

27.07.2020

Donnerschwee Maria Klein (89) erlebte das Ende des Zweiten Weltkrieges hautnah mit. Sie wohnt in der Bürgerstraße. Als 14-Jährige beobachtete sie, wie die kanadischen und englischen Soldaten die Villa auf dem Anton-J.-Becker-Gelände beschlagnahmten und bezogen. Der Frieden, der über Nacht gekommen war, löste in ihr unbeschreibliche Glücksgefühle aus. Eine große Last war ihr von den Schultern genommen worden. Sie genoss mit ihrer Familie befreit den Frühling. Ihre Erinnerungen daran hat sie aufgeschrieben:

Keller selbst gebaut

„Die letzten Tage und Nächte des 2. Weltkrieges verbrachten wir in unserem Luftschutzkeller, den mein Vater in einem Fronturlaub, ausgehend von unserem Gemüsekeller gebaut hat. Der Raum war nur klein, hatte aber Stützen und Fensterschutztüren und einen Notausgang. Wir hausten da mit sechs Personen: unsere immer zuversichtliche Mutter (38), unsere Omas (72 und 74), eine Nachbarin (ca. 45), meine Schwester Karin (9) und ich (14). Unser Opa (77) blieb oben im Nebenhaus vor dem Volksempfänger und hörte den Drahtfunk oder verbotenerweise BBC London. Er weigerte sich, „mit de ganzen Fronslü“ im Keller zu sitzen. (...) Er war es, der uns verkündete: „Jie könt rupkomen, de Krieg is vörbi.“ (Ihr könnt raufkommen, der Krieg ist vorbei). Zögernd kamen wir ans Sonnenlicht. Keine Schüsse mehr, die Vögel sangen, ein herrlicher Frühlingstag. Ein unvergessliches Gefühl!

Wir konnten wieder mit den Nachbarskindern spielen und fingen an, Granatsplitter aufzusammeln – wer hat die meisten? Unser Haus war heil geblieben (...).

Als wir wieder in unser Haus gezogen waren, konnten wir auf dem Gelände der Fabrik von A. J. Becker die Soldaten mit den fremden Uniformen sehen. Die Kanadier hatten Beckers Villa an der Lindenstraße besetzt. Bald trauten sich die Kinder vorsichtig hin und kamen mit Kaugummi und schneeweißem Brot zurück. (...)

In diesem Sommer erreichte uns auf rätselhafte Weise ein Brief unserer Vaters aus einem Gefangenenlager in Neu-Ulm. „Ich lebe, bin unversehrt, aber voll banger Fragen: Habt ihr alles gut überstanden? Ich bin in amerikanischer Kriegsgefangenschaft, sie behandeln uns fair, aber wir hungern. Hoffentlich werde ich bald entlassen.“

Vater kehrte zurück

Im Herbst stand er mager und abgerissen, aber gesund, wieder vor uns. Er war zu Fuß nach Haus gepilgert. Er beantragte sofort die Genehmigung, seinen Handwerksbetrieb wieder zu eröffnen. Das musste auf Englisch geschehen und er musste entnazifiziert werden. Da unser Vater nicht in der NSDAP war, ging es relativ schnell und von da an stetig aufwärts.“

Thomas Husmann Redakteur / Redaktion Oldenburg
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