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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Politik

Umwelt: Ein bisschen Buga ist immer da

07.06.2013

Oldenburg Es war Ende April, als in Hamburg die Bundesgartenschau 2013 (inzwischen Internationale Gartenschau genannt) eröffnet wurde – und plötzlich kam sie ins Gedächtnis zurück, die Idee, dass auch Oldenburg Schauplatz einer solchen Großveranstaltung hätte sein können. Genauer gesagt: Oldenburg sollte im Jahr 2015 Nachfolger von Hamburg werden. Politischer Wille, interne Planungen und sogar Standorte – alles war quasi bereit für den ersten Spatenstich. Doch am Ende kam alles anders.

Vier Jahre lang, zwischen Frühjahr 1998 und November 2002, geisterte die Internationale Gartenschau (damals noch Bundesgartenschau oder liebevoll Buga genannt) durch die Köpfe von Politikern, Stadtplanern und allen anderen, denen Gärten am Herzen lagen. Schließlich galt sie als Lösung aller Probleme, die ein von der Bundeswehr aufgegebenes Fliegerhorst-Areal mit sich bringen würde (eine zivile Nutzung als Flugplatz wollte man keinesfalls). Erst als eine Machbarkeitsstudie nachwies, dass die Buga 2015 rund 14,3 Millionen Euro Ausgaben für Planung, Aufbau und Ausführung fordern würde, begann die Front der Befürworter zu bröckeln. Eigentlich ein Glücksfall für Oldenburg, bedenkt man, dass die 171 Tage der internationalen Gartenschau in Hamburg 70 Millionen an Vorbereitung und 50 Millionen Euro Betriebskosten verschlingt. Eine Kostenexplosion, die wohl auch Oldenburgs Kalkulation für das übernächste Jahr pulverisiert hätte.

Weitere Luftaufnahmen vom Fliegerhorst Oldenburg finden Sie auf LuftbildBlogger.de

Als der Rat im November 2002 endgültig „Nein“ sagte zur Gartenschau (nur Grüne und PDS wollten weitermachen), hatte man sich erst einmal in Oldenburg über den Standort in die Haare bekommen. Die CDU-Fraktion wollte den Fliegerhorst nämlich lieber für künftige Wohnungsbauten und Gewerbe reservieren und brachte als Buga-Schauplatz die Buschhagenniederung an der Hunte ins Gespräch. Zudem hatte man sich mit dem Landkreis Ammerland und der Gemeinde Wiefelstede, die das Projekt Bundesgartenschau auf dem Fliegerhorst zunächst mittrugen, gestritten. Die beiden Partner hatten angesichts der zu erwartenden Ausgaben frühzeitig kehrt gemacht und nur noch ideelle Unterstützung signalisiert. Oldenburgs Rückzug, folgerte später die SPD im Stadtrat, wäre vielleicht unnötig gewesen, „hätten sich nicht andere aus der Verantwortung gestohlen“.

Der Streit um das Prestige-Projekt ist elf Jahre her und längst vergessen – was bleibt, sind die Vorarbeiten. Und die verstauben nicht in Amts-Schubladen, folgt man Stadtsprecher Andreas van Hooven: „Die Machbarkeitsstudie dient heute als Ideenfundus für die planerische Ausrichtung und Akzentuierung von stadträumlichen Teilbereichen.“ Und dabei geht es nicht nur um öffentliche Grünflächen oder Spielplätze. Bekannteste Beispiele für das Nachwirken der Buga-Ideen: das „grüne Rad“ der Wallanlagen als Teil des Wegenetzes, Stadtführungen unter besonderer Berücksichtigung hiesiger Parks und Grünanlagen, der „Grün-Zug“ am Bahnhof und der „Office Park“ am Technischen Rathaus.

Für den damaligen „Projektleiter Bundesgartenschau“, den heutigen Leeraner Stadtbaurat Carsten Schoch, zumindest eine kleine Bestätigung der Arbeit seines Teams. Dessen Vorstellungen waren 2002 natürlich ganz anders – weil größer – gewesen: Von einem Buga-Park auf dem Fliegerhorst war die Rede, von Wasserzügen neben der Landebahn und von den „fünf Speichen“, die zur Gartenschau (Motto „Gartenkulturen – Kulturgarten“) führen und Verkehr, Natur, Spiel, Sport und Wasser symbolisieren sollten. Doch ach: „Die Präsentation ist fertig, der Haushalt ist fix und fertig“, resümierte Ratsherr Paul-Dieter Reck (CDU) nach der Absage.

Viele kleine, jährlich wiederkehrende Stadtgärten in der Fußgängerzone statt einer einmaligen Bundesgartenschau – es ist müßig zu spekulieren, was besser ist für Oldenburg. Würde die Buga aber 2015 hier (und nicht in der Havelregion) stattfinden, dann wäre die städtebauliche Entwicklung des Fliegerhorstes und seiner Umgebung wahrscheinlich weiter als zurzeit. Zwischen 84 und 135 Millionen Euro Investitionen wurden für Ausbau der Infrastruktur, Neubauten und andere Maßnahmen damals prognostiziert – dazu gehörte auch eine Untertunnelung des Bahnübergangs Alexanderstraße. Die Buga sollte schließlich schnell und hindernisfrei erreichbar sein ...

Klaus Fricke
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