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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Politik

Bedeutender Preis motiviert zu noch mehr Miteinander

26.08.2015

Oldenburg Für 7000 Euro lassen sich ganz viele ganz großartige Dinge tun. 40 000 bunte Ballons mit den Worten „Refugees Welcome“ bedrucken, beispielsweise. Oder auch 368 Menschen mit dem Fernbus zur Gedenkstätte nach Berlin befördern. Vielleicht aber auch etwas völlig anderes. Was auch immer der „VfB für Alle“ mit seinem überraschenden Geldregen anstellen wird – er wird sicher reichlich Gutes damit bewirken. Und genau aus diesem Grund hat ihn der Deutsche Fußball-Bund (DFB) ja nicht nur mit besagten 7000 Euro, sondern auch mit dem bedeutenden Julius-Hirsch-Preis bedacht (NWZ berichtete).

Großartige Aktionen

Auch am Tag nach Bekanntgabe der drei Preisträger ist Jan Krieger (Vorstand VfB für Alle) immer noch ein klitzekleines bisschen perplex. „Da haben wir nicht mit gerechnet“, sagt er, „wirklich nicht.“ Seine Zweifel hielt er – unabhängig von den vielen bemerkenswerten Vereins-Aktionen auf lokaler und überregionaler Ebene – für durchaus begründet: „Mehr als 200 Konkurrenten gab es – da haben wir Kleine doch eigentlich gar keine Chance!“ Eigentlich.

Krieger und seine Vereinskollegen müssen nun also akzeptieren, dass der DFB ihr privates Engagement in höchsten Ehren würdigt und damit gleichermaßen deutschlandweit vorstellt. „Sprachlos“ mache ihn das, freudig überdies.

Gleiches dürfte der „VfB für Alle“ in den knappen drei Jahren seines Bestehens mit vielen mehr oder minder stillen Beobachtern der hiesigen Fanszene geschafft haben. Wort- und bildgewaltige Aktionen gegen Rassismus und gegen Homophobie – so etwas muss eine aktive Fußballfanszene erst einmal verkraften. Eins sei vorweg genommen: sie hat es getan. Mit Bravour.

Julius-Hirsch-Preis

Julius Hirsch war ein deutscher Fußballnationalspieler, der 1943 wegen seines jüdischen Glaubens nach Auschwitz deportiert und getötet wurde. Der DFB erinnert seit 2005 mit diesem Preis an alle – insbesondere jüdischen – Opfer des nationalsozialistischen Unrechtsstaates.

Dabei habe es durchaus Anlaufschwierigkeiten gegeben, auch Erklärungszwänge ab und an. Dann aber nahm nicht nur die Anhängerschaft, sondern auch „der VfB unsere Ideen offen an“, wie Krieger sagt. Was daraus folgte, war ganz offenbar beispiellos. Auch für den so großen, mächtigen Fußballbund.

Beispiele gefällig? Flüchtlinge wurden zu den Spielen eingeladen, Solidaritätskonzerte veranstaltet, Spendensammlungen ebenso. Es gab die „Ballarbeit“-Ausstellung, Podiumsdiskussionen – auch zum Vereinsleben in der NS-Zeit, Stadionchoreographien, antirassistische Aktionswochen, einen runden Tisch gegen rechte Symbolik im Stadion, den „Augen Auf!“-Ratgeber gegen rechte Gewalt, die Ausrichtung des bundesweiten „Fußballfans gegen Homophobie“-Netzwerktreffens samt Teilnahme am Christopher Street Day und vieles vieles mehr.

Ein Euro Mitgliedsbeitrag

Das klingt nach viel Geld und vielen Mitgliedern. Tatsächlich besteht der Verein „VfB für Alle“ aber lediglich aus 25 Unterstützern, die einen Euro Monatsbeitrag zahlen. Mit Spenden und projektbezogenen Zuschüssen kommen sie hier auf einen Jahresetat von etwa 1000 Euro, aus dem all diese Aktionen finanziert werden. „Mit dem Preisgeld haben wir nun für die nächsten Jahre Planungssicherheit“, sagt Krieger.

Intern wolle man alsbald darüber beraten, welche guten Zwecke künftig verfolgt und umgesetzt werden können. Die Gedenkstättenfahrt ist da sicher kein Muss, spiele aber schon lang eine Rolle in den Planungen – „bislang war es nur nicht finanzierbar“, so Krieger. Das dürfte sich nun schlagartig ändern.

Nicht nur das Preisgeld, sondern auch die besondere Auszeichnung und die damit verbundene allgemeine Beachtung dürften den „VfB für Alle“ künftig gewiss deutlich stärken – und ihm ja möglicherweise auch neue Vereinsmitglieder und weitere Unterstützer einbringen.

Marc Geschonke Redakteur / Redaktion Oldenburg
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