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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Politik

EU-Planspiel eine tolle Sache

21.08.2018
Betrifft: „Junge Oldenburger im Einsatz für EU“ (NWZ vom 16. August, Kommentar „Genauer hinschauen“ von Karsten Röhr)

Ich bin fassungslos über die Tonlage des Kommentars. Zunächst verwehre ich mich dagegen, von Herrn Roehr als „EU-Fähnchen-Schwenker(in)“ bezeichnet zu werden; ich denke, er kann davon ausgehen, dass die TeilnehmerInnen an den Pulse-of-Europe-Veranstaltungen durchaus zu eigenständigen und durchdachten Entscheidungen fähig sind. Ebenso sollte er SchülerInnen eigene Meinungsbildung zutrauen. Die Simep ist ein tolles Planspiel, das schon seit Jahren europaweit in vielen Städten stattfindet und Jugendliche dazu ermutigt, sich mit europäischen Themen (und Problemen) auseinanderzusetzen. Früher mussten unsere Töchter dafür reisen, ist doch toll, wenn es das jetzt auch in Oldenburg gibt! Und es ist doch klasse, wenn sich der Stadtschülerrat für europäische Themen interessiert; die müssen und sollen doch – gerade wegen der Kontroversen – breit diskutiert werden.

Und warum sollte ein innerstädtisches Planspiel eine Konkurrenz zur Olmun sein? Mir scheint, der Autor will den Schülern keinen Spielraum lassen, über seine, offensichtlich europafeindliche, Haltung hinaus, Diskussionen zu führen. Schade!

Mascha Kirchner, Grundschullehrerin
Oldenburg

Genau, schaut hin! Eine konstruktive Auseinandersetzung mit der EU! Es ist erschreckend, dass ein Redakteur der NWZ neue Initiativen, die sich mit der hochkomplexen europäischen Politik auseinandersetzen, mit einem Kommentar scheinbar im Keim ersticken möchte.

Ich frage mich, wie sich Oldenburger Schülerinnen und Schüler, die eine Simulation des Europäischen Parlaments (Simep) in Oldenburg planen, jetzt fühlen, wenn ein „unabhängiger“ Redakteur der NWZ diese Initiative in seinem Kommentar denunziert und prompt „Lobbyismus-Zwecke“ herbeifragt.

Wäre es nicht viel sinnvoller, unsere Jugend zu ermutigen, sich konstruktiv mit der europäischen Politik zu beschäftigen, sie verstehen zu lernen und weiterzuentwickeln, als ihr diesen Mut zu nehmen? Lasst sie doch! Ein großartiges Projekt!

Lasst uns gerne genau hinschauen, wie und mit welchem Ergebnis sich Oldenburger Schülerinnen und Schüler mit der Europapolitik auseinandersetzen. Lasst uns auch genau hinschauen, wenn über proeuropäische Bürgerbewegungen und Initiativen wie Pulse of Europe berichtet wird. Lasst uns aber auch genauer hinschauen, wie und in welchem Verhältnis unsere unabhängigen Medien von EU-Kritikern und EU-Befürwortern berichten. Gerecht und unabhängig bleiben, gerade in den Medien.

Michael Wenzel
OldenburgAnm. der Redaktion: Michael Wenzel arbeitet im EU-kofinanzierten W.i.N.-Projekt bei MCON, das (u.a. mit „europe direct“) einer der regionalen Hauptträger von EU-Informationen für die Region ist. Wenzel ist auch Mitglied des Oldenburger Trägerkreises von „Pulse of Europe“.

Hut ab, liebe Schülerinnen und Schüler. Ihr setzt dem Umfrageergebnis des Statistischen Bundesamtes, die heutige Jugend interessiere sich nicht für Politik, entschieden etwas entgegen(...). Angesichts anderer sich bietender Anlässe, Lobbyismus oder einseitige und populistische Darstellungen zu kommentieren, verwundert es sehr, wie Herr Röhr dermaßen abwertend und emotional über ein lobenswertes Projekt und ihre Akteurinnen und Akteure herzieht. Man darf kritischen, politisch denkenden Menschen in Schulen durchaus zutrauen, dass sie die politischen Einstellungen Links und Rechts historisch herleiten und ihre heutige Verwendung einzuordnen wissen.

(...) Wie definiert ein Linker Herrschaft, Freiheit und Gerechtigkeit? Wie ein Rechter? Werte wie Gerechtigkeit, Internationalität, Offenheit, Menschen nicht zu diskriminieren oder ein solidarisches und friedliches Miteinander zu pflegen stehen einer rechten Denkweise, die das Recht des einzelnen Stärkeren proklamiert und sich in einer nationalistischen, undifferenzierten und hasserfüllten Rhetorik wiederfindet, deutlich gegenüber.

Kürzlich hat ein Bündnis aus Grünen, SPD, CDU und FDP gemeinsam zum Protest gegen Rechts aufgerufen. Weil sich offenbar das Spektrum innerhalb der Parteien verändert hat, nicht aber die Definition von Rechts und Links. (...) Jemandem, der die EU als „Organisation“ betitelt und, ohne konkrete und belegbare Bezüge zu nennen, von „hoch umstrittenem“ Handeln eben dieser EU spricht, gebührt es nicht, die Arbeit von Politik-Lehrkräften und Schülern zu beurteilen.

Susanne Menge
Oldenburg

Herr Röhr argumentiert in seinem Kommentar, dass die EU zum Teil hochumstritten sei bzw. handele. Das erstaunt vermutlich die Mehrzahl der Leser!

Nach neuesten Umfragen gibt es in Deutschland eine 72 prozentige Zustimmung zur EU. Da sollte Herr Röhr noch mal genauer hinschauen.

„Die dunklen Seiten der EU“, so formuliert Herr Röhr weiter in seinem Kommentar. Diese ominöse Bezeichnung müsste er uns mal erklären.

Sollten die Kredite des ESM an Griechenland zu den dunklen Seiten der EU zählen? Dann möge Herr Röhr die Spiegel-Online-Überschrift vom 21. Juni 2018 zur Kenntnis nehmen. „Deutschland macht 2,9 Milliarden Gewinn mit Griechenlandhilfe“. Dieser Zinsgewinn fließt in den Bundeshaushalt und kommt auch dem Steuerzahler Röhr zu Gute. Dunkle Seite? Genauer hinschauen, Herr Röhr!

Oder noch eine dunkle Seite? Die Stabilität des Euro gegenüber der DM. Der Euro ist stabiler als die DM es je war, da fast in allen Jahren seit Einführung des Euro die Inflationsraten niedriger waren als zu DM-Zeiten. Auch hier: Genauer hinschauen! (...)

Karl Feldmann
Oldenburg

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