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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Politik

„Europa hat Warnungen nicht ernstgenommen“

16.01.2016

Oldenburg Beim Neujahrsempfang der UN-Flüchtlingshilfe in der Ibis-Halle an der Klävemannstraße beklagte Ilias Yanc, Flüchtlingsberater bei Ibis, die „langen formalen Wege“ des Asylverfahrens. Unter den Flüchtlingen in Oldenburg seien viele Experten, berichtete Yanc weiter. Ein Syrer hätte etwa einen großen Gastronomiebetrieb in Damaskus gehabt. „Der möchte gern die Wirtschaft in der Region mit einem neuen Betrieb beleben“, berichtete Yanc. Und: „Unser heutiger Musiker Ayad Dino ist ein ausgebildeter Flötist aus dem Irak“, so Yanc.

Dino (22) unterhielt dann die rund 80 anwesenden Gäste mit traditioneller irakischer Musik. Dino war vor knapp vier Monaten aus dem Irak geflohen. „Zum Glück konnte ich meine Tasche mit meinen Flöten auf der Flucht retten“, übersetzte Yanc den Kurdisch sprechenden Mann.

Gastredner war Prof. Reinhold Friedl, Leiter der UN-Flüchtlingshilfe für Norddeutschland. Zu den aktuellen Ereignissen in Köln meinte Friedl: „Wir dürfen die Geschehnisse nicht verharmlosen, aber trotzdem sehr genau differenzieren“, so Friedl. Sexualisierte Gewalt gegen Frauen dürfe nicht nur dann thematisiert werden, wenn die Täter die „vermeintlich Anderen“ seien.

Über 60 Millionen Menschen seien weltweit auf der Flucht vor Kriegen, Konflikten und Verfolgung. „Die Stabilität unserer Welt bricht auseinander und hat Flucht und Vertreibung in unbekanntem Maße zur Folge“, meinte Friedl. Auch seien die Flüchtlinge global sehr ungleich verteilt. 86 Prozent der Flüchtling seinen in Entwicklungsländern untergebracht. Friedl lobte die Wohlfahrtsverbände, Behörden, Haupt- und Ehrenamtliche, die fieberhaft daran arbeiten würden, eine krisenhafte Zuspitzung der Situation in Deutschland zu vermeiden.

Dirk Sabrowski, Geschäftsführer der UN-Flüchtlingshilfe bedauerte, dass die Weltgemeinschaft es bisher nicht geschafft habe, für Frieden zu sorgen. Die UN-Flüchtlingshilfe hätte schon vor Jahren gewarnt, aber die Dimension sei in Europa nicht wahrgenommen worden.

Wolfgang Grenz, Vorstandsmitglied der UN-Flüchtlingshilfe beklagte, dass die Richtlinien der Genfer Konvention von der EU nicht ernst genommen werden. Man hätte in Teilen kein Bewusstsein für den Schutz von Menschenrechten. „Aber, wenn die EU es nicht schafft, wer soll es denn sonst machen“, fragte sich Grenz. Das Dublin-System würde auch deswegen nicht funktionieren, weil Außenstaaten keine Migrationserfahrung hätten.

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