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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Politik

Spd: Ehrung für sozialdemokratisches Urgestein

06.04.2018

Eversten Sozialdemokratisches Urgestein – das sagt sich leicht, auf Alfred Nehring trifft das aber zu. Vor 60 Jahren ist er in die SPD eingetreten. Erwartet wird zur Feierstunde am Samstag, 28. April, ab 15 Uhr im Gesellschaftshaus Wöbken Franz Müntefering, Vizekanzler a.D. und Ex-Bundesminister.

Durch die Jugendgruppe „Falken“ ist Nehring in den 50er-Jahren mit der Sozialdemokratie in Kontakt gekommen. Da lebte er mit seiner Mutter in einer der Baracken auf der Dobbenwiese, in denen nach dem Zweiten Weltkrieg Flüchtlinge und Heimatvertriebene wohnten. „Freunde gingen oft zum Haareneschplatz, wo sich die Falken zum Singen, Tanzen und Spielen trafen“, erzählt der 81-Jährige.

Und überhaupt, der Weltkrieg. „Er hat mein Leben geprägt“, blickt er auf schwere Zeiten zurück. Es war im Februar 1945, als die vorrückende russische Armee alle auf dem Hof seiner Eltern in der Nähe von Bublitz in Hinterpommern lebenden Menschen zusammentrieb und bis auf die Kinder und alten Leuten deportierte – auch Nehrings Mutter, die wie viele andere zur Zwangsarbeit in den Ural abtransportiert wurde. Doch das Schicksal brachte die Familie bis auf den Vater, der war 1943 gefallen, 1950 in Oldenburg wieder zusammen – zunächst in einem Sammellager nahe der Stadt. Anfang 1950 holte die Mutter ihren Sohn Alfred aus dem Waisenhaus in Berlin nach. Weitere fünf Monate vergingen, bis auch die beiden jüngeren Brüder nach Oldenburg kommen durften.

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Die SPD wurde früh auf das politische Talent des jungen Mannes aufmerksam, doch wartete er mit seinem Parteieintritt bis zum 21. Geburtstag ab. „Meine Mutter sah es nicht gerne, dass ich mich bei den sozialistisch ausgerichteten Falken engagierte“, erzählt Nehring. Sie sah den Sozialismus in Verbindung mit dem Kommunismus – die Kommunisten hatten ihr nichts Gutes angetan.

Am 1. April 1958 trat er dann in die SPD ein, Stadtbezirk Donnerschwee. In einer Zeit, als die Mitgliedsbeiträge noch bei den Genossinnen und Genossen zu Hause abgeholt wurden, war er einer von 20 Kassierern im Ortsteil.

Anfang 1960 gründete er die erste politische Gruppe an der Pädagogischen Hochschule Oldenburg. „Ein Professor versuchte, mir das auszureden, bis dahin gab es nur die Evangelische Studentengemeinde“, erinnert er sich an stürmische Zeiten.

Zunächst Sozialistischer Studentenbund (SDS), nach zwei Monaten folgte die Umbenennung in Sozialdemokratischer Hochschulbund (SHB). Im Juli 1968 zog er nach seiner Ausbildung zum Grundschullehrer mit Ehefrau Ute nach Oldenburg zurück und arbeitete bis 1999 an verschiedenen Grundschulen im Stadtwesten.

Von 1969 bis 1975 war er 1. Vorsitzender des SPD-Stadtbezirks Eversten/Bloherfelde. Mitte der 70er-Jahre herrschten unter den Sozialdemokraten harsche Flügelkämpfe, die manchmal auch handgreiflich ausgetragen wurden – vor allem im Stadtbezirk Eversten/Bloherfelde. Versuche, die Flügel zusammenzuführen, gelangen nur zeitweise.

In seiner im Wechsel mit Ehefrau Ute unterbrochenen Ratskarriere wurde er Vorsitzender des Rates der Stadt und Erster Bürgermeister (Stellvertreter des OB).

Doch nicht nur politisch, auch kulturell engagiert sich Alfred Nehring, hat die Autorengruppe Wortstatt aufgebaut, schreibt gerne Kurzgeschichten und Satiren und lädt zu Lesungen ein.

Zu den aktuellen Debatten meint er, dass die personellen Auseinandersetzungen einen viel zu großen Raum in der parteiinternen Diskussion einnehmen.

Thomas Husmann Redakteur / Redaktion Oldenburg
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