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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Politik

Fasziniert von der jeweils anderen Konfession

11.04.2016

Oldenburg Dass religiöse Würdenträger zweier Konfessionen ein so freundschaftliches Miteinander pflegen wie der evangelische Oldenburger Bischof Jan Janssen und der katholische Weihbischof Heinrich Timmerevers (Vechta), ist wohl etwas Besonderes. Geschlossenheit signalisierten die Geistlichen auch am Sonnabendvormittag bei einer Podiumsdiskussion zum Thema Ökumene im Oldenburger Land in der gut besuchten Forumskirche St. Peter – auch symbolisch, indem sie sich ein Rednerpult teilten. Zwei bedeutende Jubiläen waren Anlass für die Diskussion: 500 Jahre Reformation im kommenden Jahr und das 50. Jubiläum des Zweiten Vatikanischen Konzils, welches unter anderem erstmals das Verhältnis zu anderen Glaubensrichtungen thematisierte. Auch die Ökumene im Oldenburger Land hat eine 50 Jahre währende Tradition. Seither treffen sich regelmäßig Vertreter der katholischen und evangelisch-lutherischen Kirche zum Austausch.

Flüchtlingsfrage

Moderator und NWZJournalist Jürgen Westerhoff wollte wissen, in welchen Bereichen sie sich eine stärkere Wahrnehmung der kirchlichen Stimmen wünschen würden. Bischof Janssen nannte die Integration von Zugezogenen als „wichtige Aufgabe“, die gegenwärtig gemeinsam von Caritas und Diakonie angegangen werde. Timmerevers ging auf Reformbemühungen der Politik um den künftigen Religionsunterricht in Niedersachsen ein, bei dessen Ausgestaltung sich die Kirchen einbringen müssten.

Eine Faszination an der jeweils anderen Konfession war den „Glaubensbrüdern“, wie sich die Bischöfe nannten, während der Diskussion nicht abzusprechen. Janssen schilderte, ein Semester für die katholische Religionspädagogik eingeschrieben gewesen zu sein, um ein Seminar über den Theologen Karl Barth zu besuchen, wohingegen sich Timmerevers beeindruckt von der Mystik der lutherischen Schriften zeigte.

Auch beim Thema Mission bewegte man sich aufeinander zu. Doch dem war nicht immer so. Mission bedeutete für die Kirchen lange Zeit, gegeneinander zu argumentieren, stellte Bischof Janssen dar. „Wir müssen lernen, die Vielfalt, die wir anbieten können, als Chance zu sehen, weil wir mehr zu bieten haben, als nur eine Konfession“, betonte er. Timmerevers antwortete im Sinne des Kirchenoberhauptes Papst Franziskus, der einen nach christlichen Grundsätzen lebenden Menschen als „Mission“ begreift. Moderator Jürgen Westerhoff fragte nach der Regelung der Abendmahlsgemeinschaft. Denn obwohl ökumenische Gottesdienste gefeiert werden, ist die Zulassung zur Eucharistie nach wie vor strittig. Von einer festen Regel sei man entfernt, sagte Janssen. Timmerevers brachte seine Haltung zum Ausdruck: „Wer mir die Hand gibt, dem werde ich die Hand an der Kommunionbank nicht verweigern.“ Dafür gab es großen Beifall.

Schritte im Alltag

Bei Ökumene gehe es nicht darum, die Identität der Kirchen verschwimmen zu lassen, sagte Timmerevers. „Es gilt nicht, die Konturen abzuschleifen, sondern einander zu entdecken.“ Als aus dem Publikum die Frage nach dem Dialog mit anderen Religionen aufkam, argumentierte Janssen, das Miteinander sei keine Frage von Theologie, sondern der täglichen Praxis. „Wir wissen zu wenig voneinander“, konstatierte er und sprach sich für ein Kennenlernen des Fremden aus.

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