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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Politik

Findiger Döner-Wirt bekommt mehr Sendezeit

22.07.2016

Oldenburg Von Oldenburg nach München – und dann auf der Mattscheibe in die Wohnzimmer der Republik: Kartoffeldöner-Erfinder Hani Al Hay hat’s geschafft. An diesem Sonntag läuft um 22.15 auf Kabel eins die Sendung „Abenteuer Leben am Sonntag“ – und präsentiert fünf Menschen, die sich mit ihren kulinarischen Neuheiten auf dem Foodtruck-Festival am 2. Juli in München präsentiert haben.

Darunter der Oldenburger Dönerwirt, der seine Erfindungen schon in der Sendung „Galileo“ auf Pro7 präsentiert hat und sich auch sonst über mangelnde Medienpräsenz nicht beklagen kann. Und es könnte noch mehr werden: Er steht in Verhandlungen mit Kabel eins über eine Kochshow, in der er als Gastgeber mit prominenten Gästen über „Gott und die Welt“ plaudern kann. Nach dem Solo-Format „Dönschnack“ auf Radio Bremen Vier also ein Dialog – „gedreht wird frühestens im Dezember“, sagt Al Hay.

Zuvor will Kabel eins noch eine Dokumentation über den findigen Dönerwirt und seine Foodtruck-Ambitionen fertigstellen – 60 Drehstunden hat Hani Al Hay bereits hinter sich, einige fehlen noch, um den geplanten einstündigen Film fertigzustellen.

Alles in Butter also? „Ich bin traurig“, antwortet Hani Al Hay überraschend. Die viele Gewalt auf der Welt, Terror, Krieg, Putsch: „Ich mache mir Sorgen“, sagt er. Obwohl sich alle Medien anfangs auf seine Botschaft gestürzt haben – er fügte nach der Sichtung des Plakats „Kartoffel statt Döner“ auf einer Pegida-Demo beide Zutaten zu einem multikulturellen Gedicht zusammen – fühlt er sich oft missverstanden. „Ich bin dafür, dass jeder seine Meinung sagen darf – so lange es keine Hetze ist“, sagt er. Deswegen zeige er Pegida auch nicht „den Mittelfinger“, wie es eine Boulevardzeitung formulierte. „Meine Botschaft ist Liebe, ist Miteinander“, präzisiert er. Um die zu verbreiten, gehe er auch ins Fernsehen. Und es treffe ihn schon, wenn ihm manche Redaktion mitteilt, dass das Thema gerade nicht aktuell sei. „Bei diesem Misstrauen, diesem vielen Hass, den ganzen negativen Nachrichten – was ist dann an Liebe und Miteinander nicht aktuell?“, fragt er.

Dabei erlebt er die Folgen am eigenen Leib: Auf der einen Seite wird er von der Volkshochschule als „Träumer – Visionär – Macher“ in einem Buch und einer Ausstellung gewürdigt, auf der anderen Seite erntet er wegen seines Äußeren – er kam als Neunjähriger als Flüchtling aus dem Libanon – den einen oder anderen scheelen Blick. Nicht zu ändern in den Zeiten des Terrors? Mit Liebe schon, meint Hani Al Hay: „Viele Deutsche lieben Döner. Aber sie sehen nicht den Menschen, der den Döner zubereitet, den Schwarzhaarigen – weil er anders ist. Dabei leben wir doch – miteinander.“

Thorsten Kuchta stv. Redaktionsleitung / Redaktion Oldenburg
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