• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Politik

Gedenken in besonderer Form

22.11.2016
Betrifft: „Misstöne nach dem Erinnerungsgang“ (NWZ  vom 18. November) sowie „Erfolg für Glanz vor Landgericht“ (NWZ vom 14. Oktober und nachfolgende Berichte)

Zunächst möchte ich meinem Erstaunen Ausdruck geben, dass der von mir begründete Bußgang für die Juden heute eine solche Anteilnahme findet. Als ich – das war, glaube ich, im Jahre 1985, zum ersten Mal dazu aufrief, stieß ich bei allen Parteien, Gewerkschaften, Kirchen (...) auf Ablehnung. Ob ich die jüdische Gemeinde damals dazu eingeladen habe, weiß ich nicht, denn ich war der Meinung, dass vom deutschen Volk an Juden verübte Verbrechen die Täter sehr viel (...) anginge. (...) Die einzige Institution, die mir damals Wohlwollen entgegenbrachte und mich so unterstützte, war die Polizei, was hier noch einmal mit Dank angemerkt sei.

Zu dem Bußgang versammelten vor dem verschlossenen Tor des Gefängnisses weniger als 30 Personen. Wir gingen also die bekannte Route, ich las am Synagogendenkmal einen Psalm aus dem Tanach, und dann marschierten wir zur Justizvollzugsanstalt. Dort löste sich dieser jämmerliche Zug auf. (...)

Der Bußgang wäre sicherlich untergegangen, wenn er nicht von zwei Lehrern gerettet worden wäre, nämlich Dr. Bernd Mönnig und der Studienrat Schöbel. Beide nahmen, weil ich versagte, die Sache in die Hand und führten sie zu dem Erfolg, den wir heute sehen. (...)

Als ich mit dem Unternehmen anfing, tauchte einmal eine kleine Delegation an, die eine palästinensische Fahne zeigen wollten. Ich habe mich damals genauso verhalten wie diesmal Fredo Behrens: Ich habe das, nachdem ich einmal geschluckt hatte, zugelassen. (...) Damals wie heute bin ich der Meinung, dass sich bei dem Bußgang (ich bleibe bei meinem Namen) Jeder beteiligen kann. (...) Dass sich zionistische Teilnehmer an der Demonstration daneben benommen haben, ist bedauerlich, aber leider nach meiner Erfahrung normal. (...)

Klaus Dede
Oldenburg

Ihre Artikel zu der Hetze gegen den Lehrer Christoph Glanz macht tief betroffen. Jemanden, der eine ernstzunehmende kritische Haltung gegenüber politischem Agieren eines Staates – in diesem Fall dem Staat Israel – einnimmt, als „Antisemiten“ zu verunglimpfen, ist völlig inakzeptabel. Weltweit ist unumstritten, dass Israels „Siedlungspolitik“ gegen internationales Recht verstößt und die international angestrebte Zwei-Staaten-Lösung zunehmend erschwert.

Das Andenken an die jüdischen Opfer des Faschismus zu einer derartigen Diffamierungskampagne gegen einzelne Personen, deren politische Haltung einem nicht gefällt, zu missbrauchen, ist unerträglich und beleidigt die Opfer im Nachhinein.

Wir finden es sehr bedenklich, dass sich eine staatliche Behörde, in diesem Fall die Schulbehörde, wie zu Zeiten der Berufsverbote, dazu missbrauchen lässt, aufgrund von Denunziation, die politische „Korrektheit“ eines Lehrers zu überprüfen.

Wer im Internet zu dem Thema recherchiert, wird übrigens schnell feststellen, dass es bundesweit gut vernetzte Personen, Gruppen und Organisationen gibt,die alles tun, um jede Kritik an israelischer Regierungspolitik zum Schweigen zu bringen. Diffamierungen und Drohungen gehören dazu, Argumente nur selten.

Wie wir ihrer Zeitung vom 14. Oktober entnehmen konnten, hat das Landgericht Oldenburg Herrn Glanz bereits bestätigt, dass oben genannte Vorwurf nicht zutreffend ist.

Sabine Frieden-Paland,     Johannes Petrich,
Annemone Brinkmann
Wardenburg

Bernd Rautenberg,
Ulfert Kaufmann
Oldenburg

Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.