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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Politik

Genauer hinschauen

16.08.2018

Wenn Schüler etwas in der Schule und unter Investition ihrer Freizeit auf die Beine stellen, ist das toll. Das Bemühen, die EU besser zu verstehen, ist erstmal absolut lobenswert.

Wer auf die Internetseite des Stadtschülerrats schaut, sieht dort allerdings eine massive Pro-EU-Trommelei: unzählige EU-Flaggen und Überschriften wie „Engagiert für die EU“.

Man darf also etwas genauer hinschauen. Jenseits der indirekten Konkurrenz, die dem etablierten UN-Planspiel Olmun gemacht wird, geht es darum zu prüfen, woher die Finanzierung kommt und aus welchen Töpfen sich die Unterstützer speisen. Wie ticken die? Sind es direkt oder indirekt EU-Mittel, die hier auch zu Lobbyismus-Zwecken verwendet werden für eine Organisation, die zum Teil hochumstritten handelt? Wie kritisch wird mit den Risiken und den dunklen Seiten der EU umgegangen? Wie wird die Frage nach der nationalen Souveränität behandelt? Soll nicht nur informiert, sondern sollen auf verbrämtem Wege neue EU-Fähnchen-Schwenker für die Pulse-of-Europe-„Demos“ herangezogen werden? In stärkerem Maße als bisher zöge damit interessengeleitete Politik in unsere Schulen ein.

Das ist an anderer Stelle schon gelungen. Vor den Sommerferien setzte ein Oldenburger Gymnasium eine Präventionswoche auf den Stundenplan, prima – allerdings mit verpflichtender Teilnahme aller zehnten Klassen am Seminar „Gegen Rechts“. Gegen Rechts? Das bedeutet eine Tabuisierung und Desavouierung eines normalen, legitimen und nötigen politischen Begriffs. Es würde – mit Recht – einen Aufschrei geben, wenn es ein Pflichtseminar „Gegen Links“ gäbe. Also: gegen Rechtsextremismus, aber nicht gegen Rechts.

Europa ist nicht die EU, und Rechts ist nicht Rechtsextremismus. Sauber bleiben, gerade in der Schule.


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