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PREMIERE: Hier wird der Chef auf dem Silbertablett serviert

15.10.2005

OLDENBURG OLDENBURG - Was für ein Kaiser! Damit haben die Zuschauer nicht gerechnet. Schließlich ist das Laboratorium ein Puppentheater. Und Puppen stellt man sich klein und handlich vor. Aber doch nicht 1,60 Meter groß! Mit schütterem Haar, Knollennase und Sonnenbrille ist diese Puppe von Mechtild Nienaber ein echter Knaller. Und am Ende landet der Typ sogar auf einem silbernen Tablett – splitterfasernackt.

Genau so nackt wie am Wahlabend die Parteien, sagt Theatermacher Pavel Möller-Lück: „Wir hatten nur Gewinner, und alle hatten nichts.“ Aber natürlich sei „Des Kaisers neue Kleider“ auch eine Hommage an Hans-Christian Andersen, der mit seinem Märchen weltberühmt wurde. Den Inhalt kennt wohl jeder: Zwei Gauner geben sich als Weber aus und schwatzen dem modeverliebten Kaiser neue Kleider auf, die es in Wirklichkeit gar nicht gibt. Dem Staatsoberhaupt aber erzählen sie, dass der Stoff nur von Menschen mit „robuster Intellektualität“ gesehen werden kann.

Pavel Möller-Lück leiht seine Stimme nicht nur dem Kaiser. Er spielt auch, herrlich konfus, den Gauner Mfllerup. Melone auf dem Kopf, dazu ein karierter Anzug und Hosenträger. Schon ist er fertig, der komische Erfinder. Sein Kompagnon ist Mullewulf (schön wortkarg: Markus Wulf) mit den Knickerbockern. Zusammen arbeiten die zwei in einer schnuckeligen Werkstatt, die bühnentechnisch ein altmodisches Kleinod ist mit vielen Schaltern, Kabeln und Telefonen.

Getreu der Vorlage schickt der selbstverliebte Regent, der für Mode mehr Sinn hat als für Kultur, nun seine Minister in die Werkstatt. So reist Kulturminister Dr. Rasmussen als Puppe in einem braunen Briefumschlag an. Innenminister von Schroffenberg kommt als Projektion in einem Koffer und verlangt schroff: „Verschwinden Sie nach Portugal, Sie beiden Clowns!“

Soviel Realitätssinn hat der cholerische Kaiser nicht. Mullewulf hat ihn bei einer Parade gesehen. „Und wie war ich?“, will der Monarch wissen. „Suboptimal“, antwortet der Gauner. Das kennen wir doch von irgendwoher? Einen schönen Gruß vom Kanzler.

Karten: Tel. 0441/1 64 64

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