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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Politik

Islamischer Kulturverein verurteilt tödliche Bluttat

08.06.2017

Oldenburg Auch der islamische Kulturverein an der Oldenburger Maryam Moschee hat sich jetzt zu Wort gemeldet und verurteilt die Bluttat an dem 33-jährigen syrischen Geflüchteten in der Innenstadt am vergangenen Mittwoch.

„In unserer islamischen Gemeinde mit Mitgliedern aus mehr als dreißig Nationen hat die Nachricht von der schrecklichen Bluttat Schock, Bestürzung und Abscheu ausgelöst“, schreibt der Vorstand in einer Pressemitteilung und drückt seine Trauer aus. Das Mitgefühl gelte den Angehörigen des Opfers.

Da die Behörden bislang keine weiteren Details bekanntgegeben haben, geht der Kulturverein davon aus, „dass die Hintergründe der schrecklichen Tat wohl erst nach Abschluss der Ermittlungen endgültig geklärt werden“.

Aus Sicht des Vereins gibt es keinen Grund, voreilig einen religiösen Hintergrund anzunehmen. Als Begründung wird auf den Fastenmonat Ramadan hingewiesen. Er gelte im Islam „als Monat der Gnade, Vergebung und spiritueller Reinheit“. Das Fasten umfasse u.a. nicht nur den Verzicht auf Essen und Trinken, sondern in erster Linie das Unterlassen übler Worte und Handgreiflichkeiten.

Der islamische Kulturverein weist darauf hin, dass das Befolgen und Ausüben der islamischen Lehre jedem einzelnen Menschen und seiner freien Entscheidung obliege. „Es gibt keinen Zwang im Glauben (Koran Kapitel 2 Vers 256). Kein anderer Mensch hat das Recht darüber zu urteilen oder sich zum Richter aufzuspielen“, schreibt der Vorstand mit Bezug auf das bislang von den Behörden genannte Motiv der religiösen Auseinandersetzung zwischen Opfer und Täter..

Im Islam habe das menschliche Leben einen hohen Stellenwert und müsse geachtet und geschützt werden. Dies gelte unabhängig von der Hautfarbe, ethnischer Herkunft oder Religion des Einzelnen. Der Kulturverein ruft zu Besonnenheit auf und will Frieden stiften, damit in Oldenburg respektvoll miteinander gelebt werden kann. Gelobt wird die Reaktion jener Passanten, die am Tatort Menschlichkeit zeigten und dem am Boden liegenden Opfer geholfen haben.

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