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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Politik

Kohl alla turca und Palmenmännchen

04.02.2015

Oldenburg Als Trendgemüse hat Grünkohl bereits seinen Siegeszug durch die New Yorker Gastronomie gefeiert. Und Rezepte wie „Grünkohl vegan“ nach afrikanischer Art erhalten auf Internet-Seiten begeisterte Kommentare.

Trotzdem ist die Vielfalt der Rezeptideen für das Wintergemüse seit dem jüngsten Kohlessen noch einmal deutlich größer. Er sei beschämt, gestand OB Jürgen Krogmann, als sich der scheidende Kohlkönig Hüseyin Avni Karsliogğlu verabschiedete. Der erste Anatole auf dem Grünkohlthron hat ein Kochbuch gestalten lassen, das unter der Überschrift „Grünkohl alla turca“ Rezepte wie „Gefüllte Grünkohlblätter“, „Börek mit Grünkohl und Porree“ und „Pide mit Grünkohl“ zusammenfasst. Für alle Besucher lagen Exemplare zum Mitnehmen bereit.

Karslioglu krönte sein Amtsjahr mit einer humorvollen Abschiedsrede. Die Nachfrage nach der Oldenburger Palme sei in seiner Heimat sprunghaft gestiegen und habe eine neue Handelsverbindung geschaffen: die Grünkohlstraße, die „ultimative Alternative zur Seidenstraße.“ Den Kurfürsten gab Karslioglu als „altersweiser König“ für die Nachfolgeregelung den Rat: „Gut Ding braucht WEILe.“

Den versteckten Personalvorschlag griff das hochmögende Wahlgremium denn gern auf und trug Landesvater Stephan Weil die Kohlkönigswürde an. Allerdings, so stellte Kurfürst Dietmar Wischmeyer alias Günther der Treckerfahrer klar, nur unter einer Bedingung: Weil müsse entweder den Sitz der lukrativen Hannoverschen Beteiligungsgesellschaft oder den Landtag von Hannover nach Oldenburg verlegen.

Weil stimmte zu, kündigte auf Nachfrage aber spitzbübisch an, er werde prüfen, für welchen Vorschlag er eine Mehrheit finde.

Der neue Kohlkönig machte sich mit einem Geschenk gleich beliebt bei seinem Kohlvolk: das Palmenmännchen – das bekannte Ampelmännchen mit der Oldenburger Palme in der Hand. Der Kohlkönig hatte die Rechte erworben und die Grafik anfertigen lassen. Er wolle die weltbekannte Palme nutzen, um das Berliner Ampelmännchen und damit die Bundeshauptstadt bekannter zu machen, kündigte der neue Regent an.

Wen die Oldenburger mit dem neuen Throninhaber vor sich haben, hatte Wischmeyer in seiner kernigen, höchst unterhaltsamen Proklamationsrede deutlich gemacht. „Flinten-Uschi“, die den Sitz der 1. Panzerdivision von Hannover nach Oldenburg verlegt habe („weil so viel grüne Uniform besser zum Ammerland passt – eben sone typische Frauenentscheidung“), bekam ihr Fett weg ebenso wie Ex-OB Gerd Schwandner, der über Jahre hinweg nach China gereist sei, „um den gelben Exportlümmeln den doofen Tiefseehafen als Ziel auszureden“. Vor dem weitentfernten Berlin sei die Hunte-Metropole sicher, merkte Wischmeyer an – „auch weil es keine direkte Flugverbindung von Hatten nach BER Willi Brandt gibt, und das liegt nicht an Hatten“.

Das Kohlvolk tobte vor Begeisterung über die Gedanken des Treckerfahrers, was vor allem Gastgeber Jürgen Krogmann aufatmen ließ. „Kriegt er das hin?“, hätten sich sicher viele Gäste insgeheim gefragt, sagte der Oberbürgermeister und gestand: „Altpapier war schwierig, der Haushalt war schwierig, aber die richtige Sitzordnung für den heutigen Abend zu finden – unlösbar.“ Da hilft dem OB wohl nur noch ein Rezept aus „Grünkohl alla turca“ weiter.


NWZ TV    zeigt einen Beitrag unter   www.nwzplay.de 
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Christoph Kiefer
Redaktionsleitung
Redaktion Oldenburg
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0441 9988 2101
Thorsten Kuchta
stv. Redaktionsleitung
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