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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Politik

Kritik an Schallschutz von der Stange

21.09.2016

Oldenburg Wie hätten Sie’s denn gern – Aluminium mit Lochblech, Beton mit Lamellen, doch Gabionen oder vielleicht eher bepflanzte Steilwälle? Das zumindest sind die Vorschläge der Deutschen Bahn zur Gestaltung der Lärmschutzwände entlang einer in Zukunft möglicherweise ausgebauten Stadtstrecke. „Die Farbe ist dabei völlig frei wählbar, das kann sich die Kommune wünschen – ob rot, blau, kariert oder bunt...“, sagte Rebekka Stuhlmann (DB AG Netz) in der jüngsten Sitzung des Gestaltungsbeirats. Der aber befürchtet negative Auswirkungen auf das Oldenburger Stadtbild.

Klar, die Bahn will den Ausbau der Bahnstrecke Oldenburg-Wilhelmshaven (NWZ  berichtete). Doch da gibt es ja noch immer das geschnürte Paket aus immerhin 1500 Seiten städtischer Einwendungen, regalweise Wortprotokollen der Anhörungen, Beschwerden von 8600 privaten Einwendern. Und dann wird tatsächlich über Farben und Formen der Lärmschutzwände diskutiert? Völlig zu Recht, befanden Stadtplanungs-Experten, Verwaltung und Politik. Denn die Aufstellung von Standard-Schallschluckern könnte im Fall des Falles massive Folgen für das Stadtbild haben und markante Sichtbezüge verschwinden lassen. Oder wie es Olaf Klaukien (CDU) formulierte: „Sie zerschneiden uns die Stadt.“

Die Gefahr scheint groß, dass die bis zu vier Meter hohen Lärmschutzwände bis auf etwas Grün und ganz viel Beton Oldenburg um seine Identität berauben. Um freien Blick auf Kulissen, in die Natur, auf städtisches Leben. „Die Vorschläge mögen vielleicht ’State of the Art’ sein“, sagte Beiratsmitglied Friedhelm Terfrüchte (Landschaftsarchitekt Essen/Ruhr), „aber ich glaube, dass Oldenburg etwas anderes benötigt.“ Ein „Oldenburger Modell“ würde gewünscht. Lärmschutzwände, die Anwohner schützen und gleichsam die gewachsenen wie lieb gewonnenen Strukturen nicht überdecken.

Man solle mal einen Bus mieten und gemeinsam nach Holland fahren, so Terfrüchte, „gucken Sie sich doch mal an, was wirklich alles möglich ist, da gibt es superinteressant gestaltete Lösungen!“

Für die Deutsche Bahn käme das kaum in Frage, entgegnete Rebekka Stuhlmann: „Das ist ja alles sehr schön und innovativ – aber wir haben hier eine andere Gesetzgebung“, und: „Da müssen Sie ihre Vorstellungen schon herunterschrauben.“ Lärmschutz müsse funktionieren, da seien die Gestaltungsspielräume ja eher klein.

Eine Aussage, die der Beirat so nicht stehen lassen wollte. Terfrüchte schlug die Installation einer Musterstrecke mit verschiedenen Beispielen zur Anschauung vor, Amandus Sattler (Architekt München) forderte einen „Masterplan für die ganze Strecke, auf der jeder Kilometer ganz genau geprüft wird“. Überhaupt: Eine Durchmischung der Lärmschutzvarianten scheint zu diesem Zeitpunkt am wahrscheinlichsten. Hier etwas Beton, dort Steilwälle. Mittendrin: transparente Abschnitte – damit nicht nur, aber auch Bahnfahrer die Chance bekommen, Oldenburg bei der Durchfahrt etwas näher kennenzulernen.

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Marc Geschonke Redakteur / Redaktion Oldenburg
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