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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Politik

Mehr Polizei soll Sicherheit signalisieren

21.12.2016

Oldenburg Nach der Amokfahrt in Berlin werden auch in Oldenburg für die letzten beiden Tage des Lambertimarktes die Sicherheitsvorkehrungen hochgeschraubt: An den strategischen Ecken des Weihnachtsmarktes stehen seit Dienstag gut sichtbar Polizei-Transporter. Und Schaustellerchef Michael Hempen blockiert mit seinem hellen Lieferwagen die offene Flanke des Marktes neben den Schlosshöfen. „Die Polizeipräsenz auf dem Oldenburger Weihnachtsmarkt wurde deutlich erhöht“, sagte am Dienstag Oldenburgs Polizeisprecher Stephan Klatte auf Anfrage der NWZ. „Und das wird man auch deutlich sehen, außerdem sind die Polizisten anders bewaffnet.“

In leuchtend gelben Schutzwesten patrouillieren auch mehr Beamte, einige von ihnen tragen eine MP. „Wir sehen aber keine konkrete Gefahr für Oldenburg“, erläutert Klatte. Eine hundertprozentige Sicherheit gebe es nur, wenn man den Markt schließe. „Und das will niemand.“ Wie Klatte erzählt, habe ihn am Dienstag der Lehrer einer Realschule aus Groningen angerufen und wollte sich erkundigen, ob er es mit der Klasse noch wagen könne, an diesem Mittwoch den Oldenburger Weihnachtsmarkt zu besuchen oder ob das zu gefährlich sei. Die Eltern der Schülerinnen und Schüler hatten sich besorgt bis entsetzt gezeigt, dass er nach der Berliner Amokfahrt überhaupt noch einen Ausflug zum Oldenburger Weihnachtsmarkt wagen wolle. Klatte ermunterte den Lehrer zu kommen und erklärte ihm, dass die Polizei alles tue, um die Menschen zu schützen. „Ich hoffe, dass die Klasse auch kommt“, meint Klatte.

Oberbürgermeister Jürgen Krogmann hatte schon während der Ratssitzung am Montagabend nach dem Bekanntwerden des Anschlags gegen 22 Uhr gesagt: „Wir sind tief bestürzt und trauern mit den Angehörigen der Opfer.“ Für ihn stand nach einer Besprechung mit der Polizei außerhalb jedweder Diskussion, den Markt abzusagen. „Wir haben uns gestern frühzeitig nach einer Besprechung mit der Polizei dazu entschieden, den Lambertimarkt auf jeden Fall weiter stattfinden zu lassen“, sagte er.

Schaustellerchef Michael Hempen sprach den Kollegen in Berlin großes Mitgefühl aus, ebenso den Familien der Getöteten und Verletzten. Um ein Zeichen zu setzen, traf man sich um 18 Uhr zu einer Schweigeminute auf dem Weihnachtsmarkt, die Musik verstummte und eine Glocke von St. Lamberti läutete, ehe in der Kirche während eines Gottesdienstes der Opfer gedacht wurde.

„Vor jedem Volksfest stimmen wir uns mit den Behörden über die Sicherheitsmaßnahmen ab“, erklärt Hempen. Das haben wir auch hier getan. Und daher habe man bereits kurz nach Bekanntwerden der Amokfahrt von Berlin am Montagabend die Sicherheitsvorkehrungen verstärkt.

Alle seien aber noch immer erschüttert, beschreibt auch Schaustellersprecher Helmut Mondorf. Er ist froh, dass seine Tochter, die früher ihren Stand auf einem Berliner Markt aufgebaut hatte, inzwischen in Bremen auf dem Weihnachtsmarkt heimisch geworden ist. Hempen und Mondorf drückten auch noch einmal ihren großen Respekt vor den Berliner Kollegen aus, die am Breitscheidplatz trotz der Terrortat noch Erste Hilfe leisteten.

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Sabine Schicke
stv. Redaktionsleitung
Redaktion Oldenburg
Tel:
0441 9988 2103

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