• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Deals
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • Veranstaltungskalender
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
  • Über uns
 
NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Politik

Beratung: Missbrauchsopfer für Alltag stabilisieren

11.05.2016

Oldenburg Wer hier Rat und Hilfe sucht, kann sicher sein, dass seine Sorgen und Nöte gut aufgehoben sind: „Wir geben nichts weiter“, sagt Kerstin Koletschka, Diplom-Pädagogin und Beraterin bei Wildwasser. Auch 2015 ist die Zahl der Menschen wieder gestiegen, die bei der Fachberatung gegen sexualisierte Gewalt an Mädchen und Jungen anfragen – um 38 auf 387. Die meisten sind Betroffene, aber auch Eltern und Fachkräfte, die mit dem Thema zu tun haben.

Die Arbeit ist opferzen-triert, berichten Koletschka und ihre Kollegin Ingeborg Wibbe. Zunächst gehe es darum, Vertrauen zu schaffen – unter anderem mit dem Verweis auf die Schweigepflicht und mit einer Atmosphäre, die das Sprechen über belastende Themen leichter mache: „Niemand muss Einzelheiten nennen.“ Stattdessen gehe es um Strategien, mit der Belastung umzugehen, Symptome einzuschätzen, die durch Traumata der Vergangenheit entstehen, und Dinge zu finden, „die im Alltag stärken“. Dazu müsse informiert werden, wie ein Trauma wirkt: „Viele denken, sie sind verrückt“, sagt Koletschka. Wer erkenne, dass Symptome bei vielen bestehen, fühle sich entlastet und könne Strategien für den Alltag entwickeln.

Anders als in anderen europäischen Ländern gebe es in Deutschland keine Pflicht für Beratungsstellen, bei bekannt gewordenem Missbrauch Anzeige zu erstatten. Das sei sinnvoll, sagen Koletschka und Wibbe, denn für viele Betroffene sei es ein zutiefst belastender Loyalitätskonflikt, Familienmitglieder anzuzeigen. Zudem würde nur ein kleiner Bruchteil der Täter bestraft, weil die Opfer den Missbrauch beweisen müssten. Wer sich aber entscheide, den Prozess führen zu wollen, werde bei Wildwasser in dessen Verlauf psychosozial betreut, hieß es.

Als bewegendes Erfolgserlebnis bezeichnete Ingeborg Wibbe die Beratung zum „Fonds sexueller Missbrauch“, den die Bundesregierung aufgelegt habe. Die meisten Anträge auf Therapien und Hilfen im Alltag würden berücksichtigt, wenn man sich durch den 18-seitigen Antrag kämpfe – und dabei helfe Wildwasser gern, so Wibbe.

Rita Schilling, zuständig für Finanzen, teilte mit, dass 68,5 Prozent des Etats durch öffentliche Gelder gesichert seien. Man sei daher auf Spenden angewiesen.


     www.wildwasser-oldenburg.de 
Thorsten Kuchta stv. Redaktionsleitung / Redaktion Oldenburg
Rufen Sie mich an:
0441 9988 2102
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.