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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Politik

Multikulti-Kohl mit türkischer Exzellenz

15.02.2014

Oldenburg /Berlin Grünkohl schmeckt aufgewärmt am besten. Multikulti hin oder her. Das bleibt auch beim 57. Defftig Ollnborger Gröönkohl-Äten am Montag in Berlin so, wenn Minister Peter Altmaier an diesem Montag als bodenständiger Kohlkönig abdankt. Doch zum ersten Mal in der Geschichte des Kohlessens wird eine Majestät inthronisiert, die einen ausländischen Diplomaten-Pass im Maßanzug trägt. Und damit nicht genug: Die Wiege des hochmögenden Kurfürsten stand gar auf einem anderen Kontinent.

Oldenburg zeigt sich mithin mehr als weltläufig. Das höchste Amt wird einem smarten Türken offeriert, der sich aufs Repräsentieren versteht: Hüseyin Avni Karsliogğlu (57) ist seit Januar 2012 Botschafter der Republik Türkei in Berlin und kennt die Welt. Während seiner Laufbahn hat er viele Botschaften zwischen Pazifik und Nordmeer erkundet, und so wird er auch dem Oldenburger Kohlthron internationales Flair verleihen. Selbst die Königskette, an der ein glänzendes Schwein baumelt, dürfte er souverän tragen. Immerhin blitzt in Karsliogğlus Ohr ein Brilli unterm silbernen Haar. Selbstverständlich müssen Majestät kein Schweinefleisch essen, das verbietet der Glaube. Für ihn und andere Exzellenzen wird separat gekocht.

Der Kurfürst, der dem erlauchten Auswahl-Gremium vorsteht, bringt Showtalent und Expertise in Sachen Plattdeutsch mit: Zwar wurde NDR-Moderator Yared Dibaba in Äthiopien geboren, wuchs aber in Ganderkesee auf. „Heil dir o Oldenburg“ singt er textsicher und steht dennoch für Internationalität. Sollte ihm die Stimme versagen, kann ihn Emily Fröhling unterstützen. Sie tritt an diesem Abend nicht zum ersten Mal in der Hauptstadt auf.

300 prominente Gäste aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik hat Oberbürgermeister Gerd Schwandner als Gastgeber eingeladen zu seinem letzten Kohläten als OB. Die bunte Mischung ergänzen Gesandte und Konsuln aus Südafrika und China. Als Hausherr der Niedersachsen-Vertretung, die unweit des Brandenburger Tors auch Schleswig-Holstein repräsentiert, spricht Ministerpräsident Stephan Weil. Zugesagt haben überdies die Vizepräsidentinnen des Bundestags, Petra Pau und Edelgard Bulmahn, Landtagspräsident Bernd Busemann sowie Landwirtschaftsminister Christian Meyer und Bundeswehr-Generalinspekteur General Volker Wieker.

Bei soviel Internationalität gibt es aber eine uroldenburgische Kontinuität: Der Grünkohl kommt aus dem „Bümmersteder Krug“. Seit 25 Jahren liefern Hildburg und Erwin Abel das Gemüse fürs Fest – erst nach Bonn, jetzt nach Berlin. „Am Sonntag kommt die Stadt und holt den runtergekühlten Kohl bei uns ab“, sagt Abel. Küchenmeister Nico Winkelmann kocht ihn schlanker als früher. Aufgetischt werden 200 Kilo Kohl – gut aufgewärmt. Tradition ist schließlich Tradition.

Sabine Schicke
stv. Redaktionsleitung
Redaktion Oldenburg
Tel:
0441 9988 2103

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