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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Politik

Neue Kontakte zu Holocaust-Leugnern

25.11.2014

Guthmannshausen /Oldenburg Bereits vor Jahren war bekannt geworden, dass Imke Barnstedt als Funktionärin in rechten Organisationen tätig gewesen ist. Barnstedt hatte jedoch 2009 erklärt, sie betreibe bei ihren Aufführungen keine politische Propaganda und leugne den Massenmord an den Juden nicht. Deshalb werden ihre Veranstaltungen noch immer auf den Event-Internetseiten der Stadt Oldenburg angekündigt.

Nun gerät die 72 Jahre alte Betreiberin der Kleinkunstbühne „Berliner Zimmer“ erneut in die Kritik. Wie Recherchen der NWZ  zeigen, besuchte Barnstedt am 2. und 3. August eine Veranstaltung von Rechtsextremisten in Thüringen. Die Oldenburgerin reiste zu einem Treffen des vom Verfassungsschutz beobachteten Vereins „Gedächtnisstätte“ in Guthmannshausen (Thüringen).

Unter den rund 200 Gästen waren Holocaust-Leugner wie Ursula Haverbeck-Wetzel und Arnold Höfs. Die Führungspersonen der europäischen Holocaust-Leugner-Szene dürfte Barnstedt persönlich kennen. Der Volksverhetzer Höfs hatte von Barnstedt ein Vorstandsamt der 2008 verbotenen Vereinigung „Bauernhilfe“ übernommen.

Die „Bauernhilfe“ war eine Untergliederung des ebenfalls durch das Bundesinnenministerium aufgelösten „Collegium Humanum“, dem Haverbeck-Wetzel vorstand. Die Vereine galten laut Innenminister als „Sammelbecken organisierter Holocaust-Leugner“. Nach dem Verbot am 7. Mai 2008 hatten Beamte des Landeskriminalamts laut niedersächsischem Verfassungsschutzbericht auch Wohnungen in Oldenburg und Edewecht (Kreis Ammerland) durchsucht.

In gemeinsamer Mission waren Haverbeck-Wetzel und Barnstedt bereits 2003 in Thüringen unterwegs. Fotos, die der NWZ vorliegen, zeigen die Oldenburgerin damals mit Holocaust-Leugnern bei einer Propaganda-Aktion. Zusammen mit einem Gesinnungsgenossen hält Barnstedt auf der Wartburg ein Schild, auf dem „Die Lüge vernichtet sich selbst“ zu lesen ist. Neben ihr stehen die verurteilten Holocaust-Leugner Haverbeck-Wetzel und Horst Mahler mit einem Banner mit der Aufschrift „Den Holocaust gab es nicht“. Eigentlich wollten die Rechtsextremisten an jenem Tag zum ehemaligen Vernichtungslager Auschwitz fahren und dort die sechs Millionen Holocaust-Opfer verhöhnen. Die Sicherheitsbehörden verhinderten jedoch die Ausreise nach Polen.

Auf ihren Besuch der „Gedächtnisstätte“ in Guthmannshausen angesprochen, gab Barnstedt gegenüber der NWZ  kund, nichts mehr mit der rechtsextremen Szene zu tun zu haben. Konfrontiert mit der Teilnahme an dem Treffen mit bekannten Holocaust-Leugnern, sagt Barnstedt, dies sei eine Veranstaltung für die Vertriebenen aus ehemaligen deutschen Ostgebieten gewesen und nicht rechtsextrem motiviert. Weiter wollte sie sich nicht äußern. Sie empfahl aber, sich vor alten Menschen zu hüten, denn diese hätten nichts zu verlieren.

In ihrem kleinen Theater an der Roggemannstraße steht die Schauspielerin nach wie vor auf der Bühne. Bei der Oldenburg Tourismus und Marketing GmbH, die Barnstedts Programm öffentlich angekündigt, weiß man von ihren derzeitigen Aktivitäten nichts.

Wie eine Sprecherin der städtischen Gesellschaft auf Anfrage der NWZ mitteilt, sei nicht bekannt, dass Imke Barnstedt an rechtsradikalen Versammlungen teilnimmt. Die Schauspielerin habe zudem 2009 schriftlich versichert, den Holocaust nicht zu leugnen.

Christoph Kiefer
Redaktionsleitung
Redaktion Oldenburg
Tel:
0441 9988 2101

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