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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Politik

Neues Flüchtlingsheim kein Grund zum Feiern

20.09.2011

Oldenburger Flüchtlingspolitik, sowie diverse Berichte zum Thema „Stadt feiert Fest bei Flüchtlingsheimen“ (Ð  vom 7. und 19. September)

Die Unterbringung von Flüchtlingen ist etwas Positives. Flüchtlinge sollen unter uns leben (...). Oldenburg nimmt gerne Flüchtlinge auf. So oder ähnlich ist es aus der Oldenburger Verwaltung und nahezu allen Fraktionen der Oldenburger Politik zu vernehmen. Deren konkretes Handeln stellt allerdings in weiten Teilen das Gegenteil dar: Ca. 40 Prozent der Oldenburg vom Land zugewiesenen Flüchtlinge sollen auf dem Fliegerhorst am äußersten Zipfel des Stadtgebietes am Ortsrand von Ofen in einem Massenlager untergebracht werden. Statt der von Experten als Obergrenze empfohlenen 60-80 Menschen sollen 160-180 Menschen untergebracht werden.

Oldenburger Infrastruktur jeder Art und eine Verkehrsanbindung Richtung Oldenburg gibt es nicht. Nur einen hohen Zaun! Man muss daher annehmen, dass solche Verhältnisse nur als Übergang gedacht sein können. Irrtum: Die Stadt hat die Gebäude nicht gemietet – wie die Sporthalle für den BTB – sondern gekauft, da sie dieses Lager als zentrale Anlauf- und Verteilstation für die dezentrale Unterbringung in der Stadt selbst vorsieht. Eine Zentrale einer Großstadt quasi im Nachbardorf! Deshalb wurden auch keine infrastrukturell besser geeigneten Alternativen ernsthaft in Erwägung gezogen. Eine Stadt mit 165 000 Einwohnern lagert einen großen Teil „seiner“ Flüchtlinge mit den daraus resultierenden Herausforderungen planvoll und bewusst langfristig in das Nachbardorf Ofen aus. (...) Auch ein interkulturelles Fest im geplanten Massenlager ändert daran nichts.

Stephan Rieger, Ofen

In den vergangenen Tagen kurz vor der Wahl erhielten die Bewohner von Ofen und Brokhausen als Nachbarn der geplanten Flüchtlingsunterkünfte eine Einladung zu einem „Interkulturellen Fest“. Eingeladen hat die Integrationsbeauftragte der Stadt Oldenburg. Wir feiern hier in Ofen und Brokhausen gerne Feste, wenn es einen Anlass gibt. Die Kasernierung von ca. 160 Menschen auf engstem Raum ohne jegliche Möglichkeit der sinnstiftenden Beschäftigung sowie ohne direkten Zugang zum Oldenburger Stadtgebiet ist aus humanitärer Sicht alles andere als ein Grund zum Feiern.

Für uns vollkommen unverständlich ist dieses Vorgehen vor dem Hintergrund eines einstimmigen Ratsbeschlusses aller Fraktionen im Oldenburger Rat, die Asylsuchenden in kleinen Gruppen unterzubringen. Weiß man doch aus einschlägiger Erfahrung, dass diese Art der Unterbringung alles andere als zeitgemäß ist. Aus gutem Grunde bringt das Ammerland seine Asylsuchenden seit geraumer Zeit dezentral in kleinen Gruppen unter, um ein menschenwürdiges Leben und die Integration zu ermöglichen.

(...) Hier wird eine Oldenburger Angelegenheit ins Ammerland verschoben. Bezeichnend ist auch, dass Herr Schwandner erst medienwirksam kurz vor der Wahl ein Grußwort auf dem Interkulturellen Fest ankündigt, während er im Vorfeld sämtliche Diskussionen über Alternativlösungen, sei es andere Standorte oder Kompromisslösungen, konsequent ignoriert hat.

Feste feiern ja, und zwar dann, wenn die Vertreter der Stadt Oldenburg sowohl mit den Asylbewerbern als auch Ammerländern respektvoll und auf Augenhöhe umgehen, und nicht ihre Aufgaben zu unseren werden lassen.

Ettje Lundqvist, Katrin Bufe, Wolfgang Feldhege, Julia Aden, Ofen

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