• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Politik

Nichts ist vergessen – aber vieles vergeben

28.01.2014

Oldenburg „Alle, die befreit werden, sollen zurückkommen und in Oldenburg weiterleben.“ Der Großvater von Christel Schwarz hatte einen starken Willen – der überlebt hat in dunkelsten Zeiten der deutschen Geschichte.

Nach der Befreiung der Alliierten aus dem Lager ist der Oldenburger Sinti in seine Heimatstadt zurückgekehrt, hat Kinder aufgezogen, für sein Volk und deren Kultur gekämpft. Christel Schwarz führt den Kampf weiter. Bei der jährlichen Kranzniederlegung zum Gedenktag der Opfer des Nationalsozialismus am Montagmittag fand der Vorsitzende des Freundeskreises der Oldenburger Sinti und Roma die richtigen Worte: „Wir lassen uns nicht vertreiben“. Seine Zuhörer applaudierten. Gekommen waren zum Gedenkstein an der Ziegelhofstraße nicht nur Angehörige seines Volkes, sondern auch viele neue Gesichter, Vertreter aus Kirche und Politik. Zu letzteren gehörte Germaid Eilers-Dörfler, die in ihrer Ansprache gegen das Vergessen appellierte: „Schuld, Scham, Leid – auch wenn es unangenehm ist, wir brauchen die Erinnerung für unsere Zukunft“. Die Bürgermeisterin freute sich, dass von Jahr zu Jahr mehr Menschen zum Gedenken an die Gräueltaten der Nationalsozialisten zusammenkämen.

Dort, wo heute ein Stein an die Opfer erinnern soll, wurden am 3. März 1943 insgesamt 74 Sinti, die hier in Wohnwagen lebten, verhaftet und abtransportiert. Die meisten kamen nicht wieder – wie viele der Großcousinen und Onkel von Christel Schwarz. Mittlerweile ist er einer von rund 300 Sinti, die wieder in Oldenburg leben – und eine eigene Begegnungsstätte haben. „Ein Ort, an dem wir unseren Kindern die Bildung geben können, die sie brauchen, um eine Zukunft zu haben“, sagt Christel Schwarz. Er lässt sich nicht unterkriegen – nicht von dem Brandanschlag im Vereinsgebäude, den Vorurteilen oder der Wut. „Wir wollen lieber über Neues sprechen – was sich hier bewegt für uns. Die Stadt hat sich verändert und setzt sich für uns ein, damit wir unsere Kultur und Sprache erhalten können“, sagt Christel Schwarz. Er habe immer versprochen: „Wenn ihr uns den kleinen Finger gebt, reichen wir euch die Hand.“

Eine Alternative habe es nie für ihn Gegeben: „Oldenburg ist meine Heimat – natürlich will ich hier leben.“

Lea Bernsmann Redakteurin / Redaktion Oldenburg
Rufen Sie mich an:
0441 9988 2106
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.