• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Politik

Notdienst ruft wegen Kosten um Hilfe

06.01.2016

Oldenburg Der Puls geht schwach, der jungen Frau ist übel. Ihr Freund ist in Sorge, ob die zurückliegende Operation nicht Probleme macht und ruft den Notarzt. Der Rettungssanitäter, der wenige Minuten später in der Wohnung steht, runzelt die Stirn. Ob sie denn schon mal ein paar Minuten die Beine hochgelegt habe, fragt er. Eine besondere Eilbedürftigkeit für eine medizinische Notversorgung kann er in diesem Situation nicht erkennen.

Dieser Fall, der sich so nie zugetragen hat, beschreibt die Situation, in der sich Rettungsdienste immer öfter wiederfinden. „Wir beobachten, dass wir häufiger gerufen werden, ohne dass es notwendig wäre“, stellt Michael Bremer im Gespräch mit der NWZ  fest. Der Leiter der Oldenburger Berufsfeuerwehr koordiniert im Auftrag der Stadt den Rettungsdienst. „Oft wird auch bei einer Lappalie erwartet, dass wir jemanden ins Krankenhaus bringen.“

Warum die Zahl der nicht notwendigen Einsätze steigt, kann Bremer nicht sagen. Generell lasse sich feststellen, dass ältere Leute lange zögern, „manchmal zu lange“. Jüngere hingegen riefen schon eher den Notdienst, ohne nachzudenken, welcher Aufwand damit verbunden sei. „Wir setzen auf Aufklärung“, beschreibt Bremer, wie die Rettungsdienste auf die zunehmende Belastung reagieren. Eine Pauschale von 337 Euro rechnen die Träger – in Oldenburg DRK, Johanniter und Malteser – für eine Notfallrettung ab. Für den Notarzt kommen rund 400 Euro dazu. Das macht in der Summe mehr als 730 Euro pro Einsatz.

Der Rettungsdienst sei keine unendliche Ressource, warnt Bremer. Steigende Einsatzzahlen verteuerten das Gesamtsystem. Die Krankenkassen, die den Betrieb finanzierten, müssten sich die Kosten über höhere Beiträge von den Bürgern zurückholen.

Viel mehr als appellieren, die Einsätze auf wirklich wichtige Fälle zu beschränken, kann Bremer nicht. „Die Leitstelle kann keine Ferndiagnose stellen und beurteilen, ob ein Einsatz notwendig ist oder nicht. Im Zweifel entscheidet sie zugunsten des Patienten.“

Christoph Kiefer Redaktionsleitung / Redaktion Oldenburg
Rufen Sie mich an:
0441 9988 2101
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.