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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Politik

Schulbudget-Reform ist für Rektor „Schlag ins Gesicht“

05.11.2015

Oldenburg Für Schuldezernentin Dagmar Sachse ist die von der Stadtverwaltung vorgesehene Neuverteilung der Schulbudgets ein „gerechter Kompromiss“, für Christian Osterndorf, Rektor der Oberschule Ofenerdiek, hingegen ist das ab 2016 geltende Rechenmodell schlichtweg „ein Schlag ins Gesicht“. Zwei Bewertungen wie sie unterschiedlicher nicht sein können – und dennoch waren sich Vertreter aller Fraktionen im Schulausschuss einig, die neuen Schulbudgets wie von der Verwaltung vorgeschlagen auf den Weg zu bringen. Verabschiedet werden sollen die Verteilungskriterien vom Rat am 30. November. Das Positive an der Reform: Die Mittel für die Schulbudgets sollen um 20 000 Euro auf eine Million Euro erhöht werden.

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Unmut ist verständlich

Und dennoch gibt es Verlierer im System, nämlich die Oberschulen. Das liegt daran, dass sie bisher durch die Fusion der ihnen zugrundeliegenden zwei Schulformen (Haupt- und Realschule) einen doppelten Sockelbetrag kassiert haben. Die Verwaltung sieht darin eine „Ungleichbehandlung“, die das neue System beendet.

Die kräftigsten Einbußen müsste die Oberschule Eversten hinnehmen – sie würde auf der Basis der Schülerzahlen des Schuljahres 2014/2015 nur 13 233 Euro statt bisher 21 402 Euro (minus 38,17 Prozent) erhalten. Osterndorfs Oberschule Ofenerdiek müsste mit 18  451 Euro statt bisher 22 560 Euro (minus 18,21 Prozent) auskommen. Die Oberschulen Alexanderstraße und Osternburg behalten in etwa ihr Niveau. „Die Neuverteilung geht auf unsere Kosten“, kritisierte Osterndorf. „Wir haben immer mehr Schüler, die sich Bildung nicht leisten können.“ Auf die könne man Kosten für Kopien und Verbrauchsmaterialien nicht umlegen. Für die Schuldezernentin ist diese Argumentation „nicht nachvollziehbar“. Einkommensschwache Familien gebe es in jeder Schulform, so Sachse.

Die Verwaltung hatte bereits vor der Sommerpause ein Berechnungsmodell vorgelegt, musste nach dem Widerstand der Grundschulen aber noch einmal nachbessern. Die Grundschulen konnten sich mit ihrer Forderung, bei den Pro-Kopf-Beträgen für Schüler genauso wie Schulen im Sekundarbereich behandelt zu werden, durchsetzen. Jetzt sollen je Schüler pauschal 32 Euro ausgeschüttet werden. Das führt dazu, dass die Höhe der Budgets der Grundschulen durchschnittlich um rund 33 Prozent ansteigt.

Diese Gleichbehandlung stößt den Gymnasien und Integrierten Gesamtschulen zwar sauer auf: „Sachkosten an weiterführenden Schulen sind höher als an Grundschulen“, betonte IGS-Sprecher Diedrich Smidt. Aus „pragmatischen Gründen“ tragen Gesamtschulen und Gymnasien die Neuregelung aber mit. „Wir brauchen jetzt konkrete Daten“, so Gymnasial-Sprecher Günter Tillmann. Die Gymnasien legen bei der Budgethöhe im Schnitt um 23,1 Prozent, die Gesamtschulen um 31,2 Prozent zu.

So werden die Schulbudgets berechnet


Je Schüler wird eine Pauschale von 32 Euro für die allgemeinbildenden Schulen und 104 Euro für Förderschulen gewährt,
 hinzu kommen ein Zuschlag je Schüler mit sonderpädagogischem Unterstützungsbedarf an Regelschulen von 85 Euro sowie ein Zuschlag je Sprachlernklasse von 500 Euro.
  Die Gesamt-Budgetmittel werden um 20 000 Euro auf eine Million Euro erhöht.

Die Budgets werden von den Schulen eigenständig verwaltet. Sie finanzieren damit den laufenden Betrieb – zum Beispiel Kopierkosten und Verbrauchsmaterialien – sowie kleine Anschaffungen. Für die allgemeinbildenden Schulen stehen 600 000 Euro zur Verfügung. Die berufsbildenden Schulen erhalten ein individuelles Budget (insgesamt 400 000 Euro).

Vertreter von SPD, CDU, Grünen und Linken stimmten im Schulausschuss zu – allerdings mit der Maßgabe, dass das neue Modell „engmaschig“ auf den Prüfstand gestellt wird. „Wir nehmen die Bedenken ernst“, versicherte Gesine Multhaupt (SPD).

Stephan Onnen Redakteur / Redaktion Oldenburg
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