• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Politik

Weißenmoor: Kampf um die „grüne Lunge“ geht weiter

16.01.2018

Ofenerdiek Eigentlich hatte Hans-Gerd Lüken mit dem Thema abgeschlossen. 1996 und 2001 hatte er mit der Bürgerinitiative „Erhaltet die Grüne Lunge Weißes Moor“ Bebauungspläne der Stadt für das Gebiet Weißenmoor/Südbäke stoppen können. Die Umwandlung in ein Landschaftsschutzgebiet gelang 2001 zwar nicht, aber die Einigung, „alles zu lassen, wie es ist“, konnte die Bürgerinitiative als Erfolg verbuchen.

„Über 20 Jahre ist das Weiße Moor erhalten geblieben“, sagt Lüken. „Bis OB Krogmann kam.“ Die jüngsten Pläne der Stadt, dort insgesamt 225 Baugrundstücke zu schaffen, brachten das Fass nicht nur bei Hans-Gerd Lüken zum Überlaufen. Gemeinsam mit Prof. Dr. Andreas Haja rief er die „alte“ Bürgerinitiative gegen die alte neue Bedrohung wieder ins Leben.

Dabei lehnen Lüken und Haja die Bebauung des Gebiets nicht grundsätzlich ab. „Die Stadt braucht dringend mehr Wohnraum, das sieht jeder“, sagt Andreas Haja. „Als 2015 ein erster Planungsentwurf für etwa 100 Grundstücke vorgestellt wurde, kam deshalb auch kein Einwand von uns.“ Auch bei der ersten Ausweitung der Planung auf 145 Grundstücke im vergangenen März hielt sich die Bürgerinitiative im Hintergrund. Die Beteiligung der Bürger an der Planung machte da schon die kontroversen Positionen der Anwohner deutlich.

Einwilligung und Werberichtlinie

Ja, ich möchte den täglichen NWZonline-Newsletter erhalten. Meine E-Mailadresse wird ausschließlich für den Versand des Newsletters verwendet. Ich kann diese Einwilligung jederzeit widerrufen, indem ich mich vom Newsletter abmelde (Hinweise zur Abmeldung sind in jeder E-Mail enthalten). Nähere Informationen zur Verarbeitung meiner Daten finde ich in der Datenschutzerklärung, die ich zur Kenntnis genommen habe.

Doch als Ende letzten Jahres die SPD mit den Grünen Schluss machte, um fortan mit der CDU zusammen zu regieren, änderte sich auch die Situation für das Weißenmoor. Ein Antrag zur erneuten Ausweitung der Bebauung sieht plötzlich 225 Grundstücke vor. „Ohne Bürgerbeteiligung“, sagt Lüken. „Die Vorschläge der Verwaltung wurden ohne transparente Begründung angepasst.“

Jetzt werden auch die Bebauungsgegner von damals wieder aktiv. Die Wiedergegründete Bürgerinitiative „Grüne Lunge“ sammelt innerhalb von vier Tagen 250 Unterschriften gegen die Bebauungspläne der Stadt. Auf Facebook und auf der Petitions-Plattform Change.org wurde sie ebenfalls aktiv und bekam schnell Zustimmung. „Wir wollen, dass die Stadt zu den maßvollen Planungen von 2015 zurückkehrt“, erklärt Lüken.

Außerdem fordert die Bürgerinitiative die großflächige Ausweisung eines Landschaftsschutzgebiets. In diesem Punkt wird sie auch von der Bürgerinitiative Bürgerbuschweg unterstützt, die dafür ihrerseits 300 Unterschriften gesammelt hat. „Vor allem aber wollen wir eine transparente und demokratische Planung“, betont Haja. „Wir wollen verhindern, dass Politik und Verwaltung vollendete Tatsachen schaffen und die Planungen im Eiltempo durch die Ausschüsse tragen. Naturschutzbedenken sollen ebenso wie Eigentümerinteressen transparent und nachvollziehbar geklärt werden.“

Gesprächsbereitschaft signalisierte zuletzt auch die Politik. Mit dem Vorsitzenden der CDU-Ratsfraktion, Olaf Klaukien, steht in der nächsten Woche ein Gespräch an. Ein Termin mit Oberbürgermeister Jürgen Krogmann ist noch in Vorbereitung. Lüken und Haja geben sich deshalb zuversichtlich, dass das letzte Wort im Hinblick auf die Bebauung noch nicht gesprochen ist.

Wie eine schonende Bebauung im Hinblick auf Anwohnerinteressen, Naturschutz und Baulandbedarf für Familien aussehen kann, will die Bürgerinitiative in einer eigenen Arbeitsgruppe erörtern. „Wir wollen nicht den Fadenmolch oder den dreibeinigen Hasen retten“, stellt Lüken klar. „Uns geht es um die Landschaft und ihren Wert für die Menschen.“

Dafür wollen Hans-Gerd Lüken und Andreas Haja auch ein Stück weit an die erfolgreichen „alten Zeiten“ um die Jahrtausendwende anknüpfen. Hans-Gerd Lüken erinnert sich da gern an eine Unterschriftensammlung, die er 2001 bei Nieselregen in der Innenstadt durchführte und dabei den damaligen OB Dietmar Schütz traf, der ihm zurief: „Herrgott, was seid ihr zäh!“

Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.