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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Politik

„Einfach nur peinlich“ – Misstöne bei Frankreich-Feier

14.05.2018

Oldenburg Seit 70 Jahren besteht die Deutsch-Französische Gesellschaft – ein Grund zum Feiern, dachte die Oldenburger Vorsitzende Catherine Rüppell und organisierte zusammen mit der Stadt Oldenburg einen Empfang. „In der Zeit ihres Bestehens hat sie sich vorbildlich für die deutsch-französische Völkerverständigung eingesetzt“, hob Oberbürgermeister Jürgen Krogmann in der Einladung hervor.

Wiard Raveling (Bild: Fantitsch)

Als Festredner hatte die Gesellschaft Autor Wiard Raveling aus Westerstede eingeladen, er sollte über die deutsch-französische Freundschaft sprechen. 2014 hatte der Isensee Verlag Wiard Ravelings Buch „Ist Versöhnung möglich? Meine Begegnung mit Vladimir Jankélévitch“ veröffentlicht. Der Pariser Moral-Philosoph war ein wichtiger Gesprächspartner für Ravelings Denken.

Der Festabend im PFL verlief jedoch anders als erwartet. „Einfach nur peinlich“, ärgerte sich Christiane Ratjen-Damerau auf Anfrage der NWZ über den Vortrag. „Alte Klischees“ habe der Redner aufgetischt. Besonders arg sei Ravelings Aussage gewesen, es sei „eine Dummheit“ von Deutschland gewesen, in Frankreich einzumarschieren, sagte die FDP-Ratsfrau, die in Frankreich aufgewachsen ist. Auch andere Besucher – unter den Gästen war Jean-Luc Moreau, Präsident des Comité Français de l’Arbitrage – seien unruhig geworden, die Übersetzerin habe irritiert auf die Wortwahl des Redners reagiert. Die Dolmetscherin, die den Vortrag auch für Gäste aus Oldenburgs Partnerstadt Cholet übersetzt hat, habe die Arbeit eingestellt.

Der Oberbürgermeister griff darauf ein und stellte den Sachverhalt vor der Festversammlung richtig: Der Feldzug sei ein „Verbrechen“ gewesen, keine „Dummheit“. Cathrin Rüppell sind die Irritationen „mehr als unangenehm“. Der runde Geburtstag sei als Anlass für ein freudiges Zusammensein geplant gewesen. „Ich war bestürzt über die peinliche Lage, in die auch der Oberbürgermeister geraten ist.“

Wiard Raveling rechtfertigte sich gegenüber der NWZ. Er sei gedrängt worden, zum Ende zu kommen. Daraufhin habe er einige Manuskriptseiten ausgelassen. „Es hätte sich gehört, mich zu Ende reden zu lassen.“ Raveling spricht von „Zensur“. Der Inhalt sei mit Catherine Rüppell besprochen. Er habe sich nicht auf die „üblichen Glückwunschfloskeln“ beschränkt, sondern auch „einiges Kritische und Kontroverse zu den deutsch-französischen Beziehungen gesagt“. Aus Sicht Krogmanns und mehrerer Vertreter der Deutsch-Franzischen Gesellschaft war der Vortrag in dem Rahmen dagegen „schlicht unangemessen“.

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