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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Politik

Kohlkönigswürde bringt nicht nur Glück

26.02.2018

Oldenburg /Berlin 60 Kohlkönige und -königinnen hat das Defftig Ollnborger Gröönkohl Äten im Laufe seines Bestehens hervorgebracht. Die Liste der so gekrönten Häupter liest sich wie ein „Who is who“ der deutschen Politik seit 1956. Lediglich der allererste Kohlkönig Hans Bott, damals Ministerialdirektor im Bundespräsidialamt unter Theodor Heuss, wirkte so weit außerhalb der öffentlichen Wahrnehmung, dass es bis heute keinen Wikipedia-Eintrag über ihn gibt.

Nicht immer allerdings verläuft die politische Karriere der Majestäten so stringent wie ihre Regentschaft im Zeichen des Kreuzblütlers. Besonders um die letzte Dekadenwende herum zeichneten sich gleich mehrere Grünkohl-Regenten durch verhältnismäßig kurze politische Haltbarkeit aus.

Annette Schavan (CDU) befand sich zu ihrem Amtsantritt als Kohlkönigin 2009 im Scheitelpunkt ihrer Laufbahn als Bundesministerin für Bildung und Forschung. Im Gedächtnis blieb dabei vor allem ihr wenig schmeichelhafter Abschied von der politischen Bühne im Zuge der Aberkennung ihres Doktorgrads.

Noch schneller erwischte es den ihr nachfolgenden Kohlkönig, Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU). Fast zeitgleich mit seiner Kohl-Regentschaft endete auch (zumindest vorläufig) seine politische Karriere, die erst im Herbst 2009 mit der Ernennung zum Bundesverteidigungsminister ihren Höhepunkt erreicht hatte. Auch er war über seine Doktorarbeit gestolpert.

Auf dem Grünkohl-Thron wurde zu Guttenberg von Philipp Rösler (FDP), damals seines Zeichens Bundesgesundheitsminister, abgelöst. Rösler stieg während seiner Amtszeit sogar noch eine Stufe hinauf, wurde Wirtschaftsminister und Vizekanzler. Doch auch ihm war im Anschluss nur noch eine kurze politische Karriere beschieden. Nur ein Jahr nach Übergabe seiner Königswürde wurde die FDP aus dem Bundestag gewählt und Rösler verlor sein Amt.

Doch freilich gibt es im historischen Verlauf des Defftig Ollnborger Gröönkohl Äten auch von gegenläufigen Karrierewegen und unverhofften Aufstiegen zu berichten. Frank-Walter Steinmeier etwa übernahm die Kohlkrone 2008 bereits als Bundesaußenminister und Vizekanzler. Dass er die Erinnerungen daran heute im Schloss Bellevue, dem Amtssitz des Bundespräsidenten Revue passieren lassen würde, hat er sich damals wohl nicht zu träumen gewagt.

Dann wäre da ja auch noch die Kohlkönigin des Jahres 2001, die damals „nur“ CDU-Vorsitzende Angela Merkel. Jüngere Interessierte an der Historie des Gröönkohl Äten registrieren heute bisweilen mit Unglauben, dass Merkel irgendwann einmal nicht Bundeskanzlerin war. Für die bis heute Abend noch amtierende Kohlkönigin Andrea Nahles (SPD) mag das ein ermunternder Hinweis sein, wo die politische Reise auch noch hingehen könnte.

In den vergangenen Jahren haben sich die Laufbahnen der Kohlmajestäten weitgehend stabilisiert. Peter Altmaier ist seit seiner Ernennung 2013 in der Bundesregierung vertreten und wird nach jetzigem Kenntnisstand wohl auch der kommenden angehören. Und Stephan Weil (SPD), 2015 der letzte männliche Kohlkönig, wurde erst im vergangenen Oktober als Niedersächsischer Ministerpräsident wiedergewählt. Ein Amt, das der voraussichtlich neue Kohlkönig, der EU-Parlamentarier David McAllister (CDU), vor ihm innehatte.

Da stellt sich gleichsam die Frage, welche politische Laufbahn-Variante für den künftigen Kohl-Regenten nun zum Tragen kommt. Ein Comeback in der Landes- oder Bundespolitik schließt McAllister bislang zwar kategorisch aus.

Die Möglichkeit, dass mit der neu verliehenen Kohlkönigswürde aber durchaus auch das politische Skatblatt des 47-jährigen Europa-Abgeordneten aus Bad Bederkesa neu gemischt werden könnte, ergibt sich aber allein schon aus einer wesentlichen Eigenschaft des Grünkohls: Aufgewärmt wird er meist noch besser.

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