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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Politik

Inklusionswoche setzt gleich zum Auftakt starkes Zeichen

06.05.2019

Oldenburg „Eine Stadt für alle!“ Und: „Es ist ein Gewinn für alle Menschen, sich zu öffnen.“ Diese und andere Botschaft verkündeten am Samstag laut Polizei bis zu 300 Demonstrierende auf ihrem Weg durch die Innenstadt. Es war der Auftakt der Oldenburger Inklusionswoche. Bei der Veranstaltungsreihe, die rund um den Europäischen Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen (5. Mai) stattfindet, geht es darum, sich einzubringen und das Thema Vielfalt hervorzuheben.

Mit der Demo wollte das Aktionsbündnis „Oldenburg will Inklusion“ sich für ein buntes Oldenburg einsetzen und neue Impulse für Zugehörigkeit geben. Das gelang umso eindrucksvoller, da eigentlich ein Veranstaltung mit weniger als 100 Teilnehmern angemeldet waren.

„So bunt, wie diese Stadt ist, so sehr sind wir dafür, dass Teilhabe möglich ist“, sagte Lena Haddenhorst, eine der Organisatorinnen. „Immer mehr Leute öffnen sich für das Thema Inklusion und bieten dementsprechend etwas an – zum Beispiel Restaurants“. Die Arbeitsgruppe erkennt deutlich, dass die Angelegenheit den Menschen im Laufe der Jahre immer bewusster werde und sich viel verändert habe.

Es gibt aus ihrer Sicht jedoch noch viel zu tun, um Gleichberechtigung vollständig zu etablieren. Die Demonstrierenden forderten deshalb am Samstag eine Gesellschaft, in der jeder Mensch willkommen ist. Eine der Teilnehmerinnen war Kira, die ein Praktikum in einer Werkstatt für beeinträchtigte Menschen in Oldenburg macht. Ihr liegt es am Herzen, dass Menschen sich für Inklusion einsetzen und dadurch Integration möglich gemacht wird, erzählte die 22-Jährige.

Auch Christine Wolff, Bürgermeisterin der Stadt Oldenburg (Grüne), setzte sich in ihrer Eröffnungsrede zur Inklusionswoche für Gleichberechtigung ein. Das Motto der Aktionswoche „Inklusion!? Da kann ja jede*r kommen!“ stelle für sie eine einfache Botschaft dar, die enorm wichtig für die Thematik der Vielfalt sei. „Wir brauchen möglichst viele unterschiedliche Menschen mit verschiedenen Bedürfnissen in dieser Stadt“, so Wolff. Immer wieder müsse man auf die Problematik von Ausgrenzung und Diskriminierung hinweisen – denn so hätte man eine Chance, Akzeptanz zu fördern.

Die nächsten Termine

Dienstag, 7. Mai:
10 bis 14 Uhr, Senioren- und Pflegestützpunkt, Straßburger Straße 8, Demenzparcours „Hands-on Dementia“
10 bis 16 Uhr, Baumhaus, Stedinger Str. 26-34, und Villa Stern, Bremer Straße 41, Tag der offenen Tür
15 bis 19 Uhr, Atelier Farbsinn, Rennplatzstraße 123, Kreativzeit für alle
16.30 Uhr, IGS Helene-Lange-Schule, Marschweg 38, Zirkusaufführung
16.30 bis 18 Uhr, Mädchentreff, Cloppenburger Straße 35, „Wie sehe ich aus? Handgesichter!“
17 bis 21 Uhr, Gertrudenheim, Friesenstraße 27, Inklusiv aufgetischt
18 Uhr, VHS, Karlstraße 25, Diskussionsrunde „Barrierefreies Bauen“
19 Uhr, Cine k, Bahnhofstraße 11, Autismus in verschiedenen Lebensphasen, danach ab 20 Uhr, (K)ein besonderes Bedürfnis (Film)
19.30 Uhr, Staatstheater, Dead Man Walking (Oper)

  Weitere Infos unter   www.oldenburg.de/inklusion

Wolff sieht Oldenburg als Vorbild für andere Städte – beispielsweise wegen der Arbeitsgemeinschaft „Inklusion an Oldenburger Schulen“. Ihr gehe es beim Thema Gleichberechtigung nicht nur um Menschen mit Behinderung, sondern auch um gendergerechte Sprache. „Das ist ein Thema, das viele Menschen belächeln. Aber Sprache verändert Denken“, betonte die Bürgermeisterin.

Auch der demografische Wandel stellt für sie eine wichtige Aufgabe dar, um ein friedliches, generationenübergreifendes Miteinander zu schaffen. Teilnahme von allen an allem – so fasste Wolff das Inklusionsverständnis der Stadt zusammen. „Da soll, da kann, da darf ja jeder und jede kommen“, rief sie schließlich ins Mikrofon und erntete dafür einen lauten Applaus, bevor sie mit Trillerpfeife in der ersten Reihe demonstrierte.

„Kann da wirklich jeder kommen?“, fragte sich dagegen Eka Oehne vom „Aktionsbündnis 5. Mai“ und sprach vor den Zuhörern über die politische Situation von beeinträchtigten Menschen in Deutschland. Oehne thematisierte vor allem das Bundesteilhabegesetz und das inklusive Wahlrecht. „Wir wollen keine Sonderwelten, kein Mitleid, sondern ein Leben in Eigenständigkeit – denn wir haben nur das eine.“ Die Oldenburgerin findet, dass einige Etappen der Inklusion in der Stadt erreicht sind, aber es noch viel zu tun gibt. „Deshalb dürfen wir nicht schweigen“, forderte sie ihr Publikum auf.

Die Demonstrierenden liefen vom Hauptbahnhof bis zum Lefferseck. Musikalisch begleitet wurden sie dabei von der Gruppe Feuersalasamba. „Eine Runde Vielfalt“ bildete sich dann in Form einer Menschenkette ab dem Lefferseck und durch die Schütting- und Achternstraße. Einige Besucher in der Oldenburger Innenstadt schlossen sich spontan der Aktion an und setzten damit gemeinsam ein Zeichen für ein buntes Oldenburg ohne Ausgrenzung. Zum Abschluss ließ die Menschenkette eine La-Ola-Welle durch die Innenstadt schwappen – und die funktioniert nur im Miteinander.


  Mehr Bilder unter   www.nwzonline.de/fotos-oldenburg 
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