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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Politik

Mögliche Fahrverbote sorgen für Unsicherheit

30.11.2017

Oldenburg Die anhaltende Diskussion über drohende Fahrverbote verunsichere die Autofahrer – das weiß Obermeister Dieter Meyer von der Kraftfahrzeug-Innung Oldenburg. Und: „Der Beratungsaufwand in den Autohäusern und Werkstätten ist in 2017 enorm gestiegen.“

Insbesondere in Ballungsgebieten führt die Verunsicherung der Verbraucher dazu, Diesel-Pkw zu meiden. So habe der Zentralverband Deutsches Kfz-Gewerbe (ZDK) per Blitzumfrage ermittelt, dass sich rund 300.000 gebrauchte Diesel-Pkw (Euro 5) bei den Autohändlern „die Reifen platt stehen“.

Immer weniger Neuzulassungen von Euro-6-Dieseln

Und auch der Anteil der modernen Euro 6-Diesel bei den Neuzulassungen gehe kontinuierlich zurück. Dabei sei der moderne Diesel-Motor unverzichtbar, so Meyer, um den ab 2020 geltenden EU-Grenzwert des Treibhausgases CO2 von 95 Gramm pro Kilometer einhalten zu können. Beim Feinstaubausstoß seien Industrie und Landwirtschaft „für den Löwenanteil von rund 65 Prozent verantwortlich“. Der Straßenverkehr sei indes lediglich mit rund 14 Prozent beteiligt.

„Um drohende Fahrverbote zu vermeiden und nachhaltig etwas für die Umwelt sowie den Werterhalt der Fahrzeuge unserer Kunden zu tun, setzen wir uns im Kfz-Gewerbe für eine Hardware-Nachrüstung älterer Diesel-Fahrzeuge ein“, so Obermeister Dieter Meyer. „Es kann nicht sein, dass die Autofahrer, die etwa als Berufspendler auf den sparsamen Diesel gesetzt haben, nun für ihre Kaufentscheidung bestraft werden sollen.“

Hängepartie in Berlin macht Sorgen

Nach seiner Ansicht ist es dringend geboten, hier für politische Klarheit zu sorgen. „Wir brauchen so schnell wie möglich eine verlässliche, stabile und handlungsfähige Regierung. Es darf nicht dazu kommen, dass wichtige Entscheidungen zur Verkehrspolitik, wie etwa zur Zukunft des Diesel-Antriebs, auf die lange Bank geschoben werden.“

Die Aussichten für das kommende Autojahr sieht Obermeister Dieter Meyer mit gemischten Gefühlen: Die Konjunkturaussichten würden von den Wirtschaftsinstituten als gut bewertet. Dem entgegen stehe die anhaltende Diskussion um die Zukunft des Dieselmotors. „Aufgrund dieser Situation sieht das Kfz-Gewerbe für 2018 einen Korridor der Neuzulassungen zwischen 3,4 und 3,5 Millionen Pkw. Bei den Gebrauchtfahrzeugen liegen die Szenarien zwischen 7,2 und 7,4 Millionen Einheiten – je nachdem wie sich die Lage bei Fahrverboten und beim Thema Nachrüstung entwickelt.“

Für das Werkstatt-Geschäft seien die Aussichten für 2018 gut, mit leicht steigender Tendenz gegenüber diesem Jahr, so Meyer.

Dafür braucht es gut ausgebildete Fachkräfte. Das zeigt sich auch in der Kraftfahrzeug-Innung Oldenburg. „Zum neuen Ausbildungsjahr haben 78 junge Menschen ihre technische Berufsausbildung in den hiesigen Autohäusern und Werkstätten begonnen“, betont der Obermeister.

„Damit zeigen unsere Betriebe, dass sie ihre soziale Verantwortung für die nachwachsende Generation ernst nehmen.“ Bundesweit bildet das Kfz-Gewerbe über 90 000 junge Menschen aus.

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