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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Politik

Wird die Fahrradstraße ohne Parkplätze sicherer?

07.02.2018

Oldenburg Wenn Autofahrer wie Radler gleichermaßen auf ihre Rechte pochen, wird es meistens hochemotional. Das war auch bei der Anwohner-Information über die Fahrradstraße am Haarenufer durch die städtische Verkehrsplanung zu spüren. Insgesamt gebührenpflichtige 13 Stellflächen sollen entlang der Haaren zwischen Herbartstraße und Ratsherr-Schulze-Straße wegfallen, sagte Fachdienstleiter Norbert Korallus. So soll dort die wegen der großen Enge äußerst konfliktträchtige Situation in der gemeinsamen Nutzung reduziert werden.

Bis zum möglichen Vollzug wird es aber noch dauern – wenn es überhaupt dazu kommt: Die Idee der Planer und Lenker wird im Verkehrsausschuss diskutiert und anschließend im Rat zur Entscheidung gebracht. Angesichts der aktuellen politischen Verhältnisse dort genügen die zu erwartenden Pro-Stimmen der Grünen nicht. Ohne Mehrheit im Rat ist die Umsetzung aber unmöglich.

kommentar

Zustand

bewahren

Nichts Halbes und nichts Ganzes – warum sollte die Fahrradstraße am Haarenufer auch besser funktionieren als die in der Haareneschstraße? Fakt ist, die Verkehrssituation für die Radfahrer am Haarenufer hat sich stark verbessert. Die Kreuzungen wurden so ausgebaut, dass die Radler (deutlich für die Autofahrer wahrnehmbar) Vorfahrt haben. Parkende Autos gänzlich zu verbannen, wäre der falsche Weg. Klar, es gibt an manchen Stellen Konflikte, die aber leicht auszuräumen sind – durch gegenseitige Rücksichtnahme. Einige Anlieger sind auf die Parkplätze vor ihren Häusern angewiesen – das müssen nicht unbedingt Geschäftsleute sein. Dogmatismus hilft an dieser Stelle nicht weiter.

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Einige Anwohner waren weder mit diesem Verfahren noch mit der Reduzierung der Parkflächen generell einverstanden. Nach einigen Stereotypen und Vorverurteilungen wie „Grüne Ideologie“, „Rücksichtlose Radfahrer“ und „Die Polizei kontrolliert da viel zu wenig“ wurde es nach einem ersten Scharmützel zwar sachlicher, aber nicht weniger leidenschaftlich.

Ein Versicherungsinhaber fragte (sich), wo seine Kunden künftig parken sollen. Die Aufgabe der Parkmöglichkeiten bezeichnete er als geschäftsschädigend. Die Aussicht auf alternative Stellflächen im noch zu bauenden Parkhaus am Evangelischen Krankenhaus sind ohnehin noch Zukunftsmusik.

Eine mehrfach geteilte Anwohnermeinung, die Einführung der Fahrradstraße vor rund drei Jahren habe die Konflikte provoziert, wollte Korallus nicht gelten lassen. „Es war eine verkehrssichernde Maßnahme, die den Anforderungen gerecht wurde.“ Eine Zählung habe eine Frequenz von 5722 Fahrrädern gegenüber 702 Kraftfahrzeugen an einem Tag ergeben. Negativ wirkten sich hier zudem die Elterntaxis vor der Cäcilienschule aus.

Die Fahrradstraße ist Teil der ausgewiesenen Radroute West und damit Ersatz für den stadteinwärts nicht mehr nutzbaren Radweg entlang der Ofener Straße unter den Bäumen. Alternativen wie der Bau eines neuen konzipierten Radweges – möglicherweise auf Stelzen – seien an dieser Stelle nicht realisierbar gewesen. Die Nutzung des neuen Radweges entlang der Fachhochschule in beide Fahrtrichtungen sei aus Verkehrssicherheitsgründen nicht machbar, so Korallus.

Die Anwohner-Idee, zur Entlastung nur noch Autofahrer mit OL-Kennzeichen auf dem Haarenufer zuzulassen, ließ die Verkehrsplaner eher schmunzeln. Um die Sperrung der Fahrradstraße für Pkw ging es auch gar nicht.

Oliver Schulz
Redakteur
Politikredaktion
Tel:
0441 9988 2094

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