• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Politik

Und mittendrin Wigald Boning

15.09.2017

Oldenburg „Ich bin wegen dem Lindner hier!“, sagt die Mittfünfzigerin mit vorfreudigem Lächeln. „Ne, der kommt nicht – Kubicki macht es“, hallt’s vom Gesprächspartner zurück. „Oh.“

Schlossplatz, der vorletzte Donnerstag vor der Wahl. Die FDP bittet zur Kundgebung. Weiße Bühne, pinke Tische, Helfer in hellbleu. Um drei nach vier ist Kubicki da. Selfies mit Diesem und Jenem, dann mit dem Herrn in Weiß mit roter Aktentasche. Ist das nicht...? Ja, das ist der Wigald, der Boning. Und der Spaß beginnt. „Ich ersetze heute den Parteivorsitzenden, habe mir extra einen Dreitagebart stehen lassen. Aber bei Fotos auf Facebook bitte immer einen Schwarzweiß-Filter setzen!“, sagt er in Anspielung auf die Außendarstellung des vordersten Mannes seiner Partei – der heute wider Erwarten nicht kommen konnte. „Ist es schlau, sich so öffentlich zu positionieren und zur FDP zu bekennen?“, fragt er – und beantwortet gleich selbst: „Ja. In Zeiten des Populismus kann man mal ein Gegenangebot machen.“

Dafür ist dann in der Folge Landeschef Stefan Birkner teilverantwortlich. Politik neu gestalten, Politik neu denken – das sei das Ziel. Selbst stehe man für den Weg der politischen Mitte: Menschen eine neue Chance eröffnen, dazu eine Politik, „die rechnen kann“. Bildung, Digitalisierung, Inklusion und Rechtsstaatlichkeit sind die Schlagworte, die er der großen Zuhörerschaft zuwirft – aber bloß „keine Politik, die sich um sich selbst dreht“, wie Birkner sagt.

Christian Lindner ist allgegenwärtig. Immer wieder wird im Auditorium nach ihm gefragt, Boning hin oder her. Christian Dürr, niedersächsischer Spitzenkandidat, hat derweil das Mikro übernommen, streut Breitseiten gegen die Regierung. Man selbst hätte ja fünf Jahre Bildungsurlaub gemacht, während da oben „die Zukunft Deutschlands liegen gelassen wurde“. Dürr wünscht sich ein Einwanderungsgesetz nach kanadischem Vorbild, auch, dass die Regierung „nicht 82 Millionen Menschen beschattet, sondern 600 Gefährder in den Griff bekommt“.

Dann ist Lindners hoch dotierter „Ersatzmann“ in Oldenburg an der Reihe, Wolfgang Kubicki. Hoch gestellter Kragen, Handy in der Hand. Letzteres ist keine Unhöflichkeit, sondern steht symbolisch für das, was die FDP-Mannen als drängenden Punkt benennen: das moderne Leben. „Wir werden dafür sorgen, dass die Schule des 21. Jahrhunderts funktioniert.“ Man brauche Geschwindigkeit, Netz – und Bildung, die darüber sich entwickle.

Den Soli brauche man indes nicht, eine schlechte Beziehung zu Russland („Wir sollten das Verhältnis auf eine vernünftige Ebene bringen und miteinander reden.“), die aktuell agierende Türkei in der EU („Unvorstellbar, das werden wir nicht akzeptieren - man muss vielleicht mal weniger reden und mehr handeln!“) und hier die AfD („Ob wir die AfD-Wähler einfangen wollen? Das wäre vielleicht gar nicht so schlecht, wir wollen die AfD ja nicht.“) ebenso wenig.

„Die reden ja ganz gut“, sagt Zuhörer Manfred Matschke nach einer Stunde, „aber Lafontaine war besser.“ Mit Blick auf die Wahl sei er noch unentschlossen, schaue sich deshalb alle politischen Auftritte hier an. Einige hat er schon gesehen, nun also die FDP: „Das ist nicht so schlecht.“ Findet Kubicki auch. Der sagt: „Die FDP hat sich geändert, Sie können sich auf uns verlassen. Wir haben viele Fehler gemacht und werden auch wieder welche machen - aber ich verspreche: es werden andere sein!“

Kubicki verspricht überdies, dass er Matschke und all die anderen „nicht wie die übrigen Parteien erziehen“, sondern vielmehr die Menschen befähigen wolle, „das Beste aus ihrem Leben zu machen“. Denn: „Nichts ist schlimmer als die Diskreditierung von Erfolg!“, sagt er – und da ist er dann doch wieder, der Lindner. Irgendwie. „Aber die FDP hat nicht nur Christian Lindner“, schließt Kubicki mit humoriger Spitze ab, „ich kann damit leben, dass er überall plakatiert ist - er sieht ja blendend aus, aber das tue ich auch!“

Marc Geschonke
Redakteur
Redaktion Oldenburg
Tel:
0441 9988 2107

Weitere Nachrichten:

FDP | Facebook | EU | AfD | Bundestagswahl

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.