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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Politik

„Samstags-Demos bringen nichts“

14.03.2019

Oldenburg Freitag für Freitag gehen derzeit auf der ganzen Welt Schüler und Studenten auf die Straße. Auch in Oldenburg hat sich längst ein Ableger der globalen Schüler- und Studenteninitiative „Fridays for Future“ gegründet. Jeden Mittwoch treffen sich 15 bis 20 Leute zum offenen Plenum im Haus der Jugend, bereits zwei Demonstrationen haben sie organisiert, am Freitag gibt es de nächsten Streik (siehe Infobox). Zu den Mitstreitern von „Fridays for Future“ in Oldenburg gehören Milena Helberg (19) und Tim Schönberger (17), beide Schüler der Helene-Lange-Schule. Sie können sich vorstellen, dass die Zahl der Demonstranten am Freitag sogar vierstellig wird.

Fridays For Future

Unter dem Motto „Fridays for Future“ demonstrieren derzeit jeden Freitag Schüler und Studenten auf der ganzen Welt gegen die Klimapolitik ihrer Regierungen.

Vorbild ist die 16-jährige Greta Thunberg. Die Schwedin geht seit Monaten freitags nicht zur Schule, sondern streikt vor dem schwedischen Parlament. Sie fragt: „Warum soll ich für eine Zukunft lernen, die es vielleicht bald nicht mehr gibt, wenn niemand etwas dafür tut, diese Zukunft zu retten?“

Am Freitag, 15. März, soll in mehr als 80 Ländern gestreikt werden. Mehr als 150 Orte in Deutschland beteiligen sich am globalen Klimastreik. In Oldenburg beginnt der Streik um 11.45 Uhr am Bahnhofsvorplatz.

Was sie freitags auf die Straße treibt: „Frustration“, sagt Tim Schönberger knapp, und fügt dann doch noch hinzu: „Der simple Wunsch nach einer gerechten Zukunft, die es uns ermöglicht, ein lebenswertes Leben zu führen.“ Milena Helberg ergänzt: „Oder überhaupt leben zu können.“

Mit ihrem Protest möchten sie alles andere als Schule schwänzen, was den jungen Streikenden oft vorgeworfen wird. Würden sie samstags auf die Straße gehen, würde es keinen interessieren, sind die beiden überzeugt. Ob sie auch in den Ferien streiken würden? Das schließen sie keinesfalls aus. Denn zu sagen haben die Klimaaktivisten einiges, nicht nur an Schul-Freitagen.

Sie fordern „eine klimaneutrale und gerechte Welt“, sagt Tim Schönberger. Dieser Appell, so Milena Helberg, richte sich zum einen an die Regierungen, und zwar weltweit: „Das ist eine internationale Bewegung, denn das Problem muss global gelöst werden.“ Zum anderen appellieren sie an die Gesellschaft, möchten aufrütteln, daran erinnern, dass jeder sein Konsumverhalten überdenken muss. „Guckt, wo ihr euch für den Klimaschutz einsetzt, egal wie“, sagt Tim Schönberger. Als Industrienation habe Deutschland eine größere Verantwortung, „nicht nur die Regierungen – wir alle. Aus Privilegien darf nicht Bequemlichkeit werden.“

Eines stellen die beiden im Hinblick auf positive wie negative Reaktionen auf die Streiks der Schüler und Studenten aber auch klar: Sie gehen nicht auf die Straße, um für ihr Engagement gelobt zu werden, „sondern um Politikern vor Augen zu führen, was sie tun müssen“, betont Milena Helberg. Wenn jemand, so Tim Schöneberger, wie Angela Merkel auf der einen Seite sage, das sei eine tolle Sache, und sich auf der anderen Seite in Regierungsverantwortung von Klimazielen verabschiede, dann sei das schlicht heuchlerisch. „Sie sitzt am Hebel der Macht.“

Die Frage, wie oft wohl an Freitagen wohl noch für das Klima gestreikt werden muss, können die beiden daher nur schwer beantworten, zumindest nicht zeitlich absehen. „Aufhören können wir, wenn alle Forderungen erfüllt sind. Und zwar nicht nur Erklärungen abgegeben werden. Die Groko hatte sich auch Klimaziele für 2020 gesetzt und die in den Wind geschossen“, sagt Tim Schönberger. Seit drei, vier Monaten sei das mediale Echo groß. „Effektiv hat sich aber nichts getan.“

Ob sie auch für andere gesellschaftliche Anliegen so konsequent auf die Straße gehen würden? „Vehemenz ist bei vielen Themen angesagt“, sagt Tim. Aber das Klima sei nun mal das drängendste Problem: „Wenn wir das nicht lösen, sind alle anderen Probleme auch egal.“

Nathalie Meng Volontärin, 2. Ausbildungsjahr / NWZ-Redaktion
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