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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Politik

Hier streiken die Schüler im Nordwesten für Klimaschutz

16.03.2019

Oldenburg /Ganderkesee Weltweit wollen Schüler an diesem Freitag für den Klimaschutz in den Streik treten, auch in Nordwesten sind Veranstaltungen geplant.

Damit soll die Bewegung „Fridays for Future“ ihren vorläufigen Höhepunkt erreichen. Laut der Seite fridaysforfuture.org sind rund 1660 Kundgebungen in 105 Ländern geplant. Bundesweit wollen Schüler an rund 200 Orten demonstrieren, allein in Niedersachsen und Bremen wird es rund 30 Aktionen geben.

„Fridays for Future“ in Cloppenburg. Bild: Carsten Mensing

In Cloppenburg demonstrierten am Vormittag rund 300 Schüler bei nasskaltem Wetter in der Innenstadt. Den Marsch hatten drei Schüler der Oberschule Pingel Anton organisiert.

„Fridays for Future“ in Rastede. Bild: Anna-Lena Sachs

„Ohne Umwelt, keine Zukunft“, „Vögel brauchen auch eine Wohnung“ und „Macht eure Hausaufgaben, dann machen wir unsere“: Mit zahlreichen Plakaten demonstrierten am Freitagmorgen Schüler in Rastede für den Klimaschutz.

Die Schüler der KGS Rastede Viola Kuiper, Stefan Mester und Simke Diers hatten zur Teilnahme an der Demonstration aufgerufen. Los ging es um 10 Uhr auf dem Schulhof der KGS Rastede. KGS-Schulleiter Gerd Kip hatte im Vorfeld darauf hingewiesen, dass es sich um keine Schulveranstaltung handele.

In Jever hat sich am Freitag ebenfalls eine Gruppe von Schülern aber auch Erwachsenen zur Protestbewegung „Fridays for Future“ getroffen. Dieses Mal machte die Gruppe aber nicht nur Am Alten Markt in der Innenstadt auf sich aufmerksam.

Mehr als 100 Schüler haben sich am Freitag auch in Wildeshausen zusammengefunden, um an der weltweiten Protestaktion „Fridays for Future“ teilzunehmen. Bereits eine Woche zuvor waren dafür die Weichen gestellt worden, als Jens Fröhlke und Karoline Bauer erstmals zu Protesten unter dem Motto „Fridays for future“ aufgerufen hatten. Die Demonstration, die die neu gegründete Gruppe „Fridays for Future in Wildeshausen“ für diesen Freitag angemeldet hatte, begann am Wildeshauser Bahnhof. „Super, dass doch noch so viele gekommen sind“, freute sich Fröhlke beim Blick auf die nach und nach eintrudelnden Jugendlichen. Die riskierten mit ihrem Einsatz durchaus einiges: vom Eintrag ins Klassenbuch bis zu Ärger mit Eltern und Lehrern. Deshalb war wohl auch so mancher, der letzten Freitag dabei war, diesmal zuhause geblieben. Dafür waren neue Gesichter dabei.

Bevor der Protestmarsch durch die Innenstadt startete, sprachen Vertreter von „Fridays for Future“ sowie des Bündnisses „Seebrücke Wildeshausen“ zu den Demonstranten. „Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr uns die Zukunft klaut“, skandierten die Schüler anschließend, bevor sich der Zug unter Polizeischutz in Bewegung setzte. „Angst ums Klima“ nennt die 13-jährige Emma Decker als Grund für ihr Engagement. „Das Wetter wird immer extremer und es wird immer wärmer hier“, so die Gymnasiastin. „Ich möchte noch ein bisschen länger auf diesem Planeten leben“, begründete der 18-jährige BBS-Schüler Fabian Stolle seinen Protest.

Rund 100 Schüler demonstrierten in Wildeshausen. (Foto: Uta-Maria Kramer

Dass es derzeit noch viel Unsicherheit unter den Schülern bezüglich der „Fridays-for-Future“-Proteste gibt, bewies der Zwischenstopp auf dem Schulhof der Berufsbildenden Schulen. Nur nach und nach fanden sich hier einige Schüler während der Pause zum Gespräch mit den Demonstranten ein. Von der BBS ging es weiter durch die Schillerstraße und den Burgberg-Park zum Marktplatz, wo die Demonstration mit einer Abschlusskundgebung endete. An den nächsten Freitagen wird es weitere Aktionen geben. „Solange, bis sich in Sachen Klimaschutz etwas bewegt“, hofft Fröhlke.

„Wer ist die Zukunft? – Wir sind die Zukunft!“ erschallte es am Freitag vor dem Ganderkeseer Rathaus. Rund 80 Schüler stand hier, um für den Klimaschutz zu protestieren. Die internationale Aktion „Fridays for Future“ hatte am Freitag auch in Deutschland zu Protesten aufgerufen. In Ganderkesee beteiligten sich etwa 80 Schüler vom Gymnasium sowie der Oberschule Bookholzberg an der Aktion. Angemeldet und organisiert war der Protest von Sabine Donecker-Hoffmann, Mutter einer Gymnasialschülerin. „Ich mache das für meine Tochter“, sagte sie. Diese hatte den initialen Anstoß gegeben, konnte krankheitsbedingt aber am Freitag nicht selber teilnehmen. Ursprünglich hatte sie mit etwa 20 Teilnehmern gerechnet, bis zum Abmarsch fanden sich allerdings 80 Schüler auf dem Campus ein, um mitzulaufen. Einige volljährige Schüler ließen sich als Ordner rekrutieren, damit die Gruppe in Polizeibegleitung auf der Straße marschieren konnte. „Wir haben Anfang der Woche von der Aktion gehört. Wir finden das ist eine sehr wichtige Sache“, sagte David, der mit drei Freunden aus der 11. Klasse teilnahm.

Schülerdemo in Ganderkesee (Bild: Arne Haschen)

Vor dem Rathaus forderten die Schüler Ganderkesees Bürgermeisterin Alice Gerken auf, herauszukommen, diese war allerdings nicht zugegen, wie Pressesprecher Hauke Gruhn mitteilte. In einer schriftlichen Stellungnahme teile Gerken aber mit: „Ich finde es toll, wenn sich junge Menschen für ein wichtiges Anliegen so engagieren. Ganz besonders „freut es mich aber, dass die Jugend wieder politischer zu werden scheint. […]“

Demo in Oldenburg: Die Teilnehmer versammeln sich auf dem Bahnhofsvorplatz. Abschlusskundgebung soll auf dem Schloßplatz sein. (Foto: Nathalie Meng)

„Kohlekonzerne baggern in der Ferne. Zerstören unsere Umwelt, nur für einen Batzen Geld. Worin wir unserer Zukunft sehen? Erneuerbare Energien“: Die Rufe sind laut, sie sind wütend – und jene, die einen Wandel fordern, sind viele: Rund 2500 Menschen, zumeist Schülerinnen und Schüler sowie Studierende, sind am Freitagnachmittag in Oldenburg erneut auf die Straße gegangen, um für eine gerechtere Klimapolitik zu protestieren – bereits zum dritten Mal in diesem Jahr. Die Schüler- und Studenteninitiative „Fridays for Future“ hatte für Freitag zu einem globalen Klimastreik aufgerufen. Allein in Deutschland beteiligten sich Demonstranten an mehr als 200 Demonstrationen.

In Oldenburg startete der Demonstrationszug gegen 12.30 Uhr vom Bahnhofsvorplatz und führte über Moslestraße, Heiligengeistwall, Theaterwall und Schloßwall zum Schloßplatz, wo es eine Abschlusskundgebung gab. Laut Polizei verlief die Demonstration friedlich.

Ihrem Unmut machten die jungen Demonstrantinnen und Demonstranten durch Rufe nach Klimagerechtigkeit Luft, etwa: „Hopp, hopp, hopp – Kohlestopp“ oder „Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr uns die Zukunft klaut“.

Zahlreiche Transparente zeugen davon, dass die Demonstranten sich im Vorfeld vorbereitet haben auf die Demonstration der laut eines Redners „größten Jugendbewegung für Klimaschutz die es je gegeben hat“. Zu lesen waren teils bissige Parolen wie „Wenn die Erde eine Bank wäre, hättet ihr sie längst gerettet“, „Wir schwänzen nicht, wir kämpfen“, „Wir sind jung und brauchen die Welt“ oder „2 Grad mehr – Oldenburg schwimmt“.

Zu Beginn der Demonstration hatten mehrere Rednerinnen und Redner nochmals deutlich gemacht, weshalb sie „streiken werden, bis ihr handelt“.

„Das Haus brennt. Löscht es!“, forderte ein Redner indirekt Regierungsvertreter zum Handeln auf und räumte gleichwohl ein: „Wir sind alle ein bisschen mitverantwortlich.“ Es brauche ein Umdenken in der Gesellschaft, aber das allein reiche nicht: „Es braucht auch einen Wandel im System. Ich allein kann keinen Kohleausstieg beschleunigen. Ich kann keine CO2-Steuer einführen. Also handelt! Die Probleme sind bekannt.“ Weiter merkte er an: „Uns wird vorgeworfen, wir hätten auch nicht für alles Lösungen.“ Das stimme, aber sie, die jungen Menschen, seien keine Wissenschaftler und vor auch nicht jene, die es verbockt hätten: „Wer hat uns diese Welt überlassen – eine Welt, in der wir auf unsere Bildung verzichten müssen, um uns um unsere Zukunft zu kümmern?“

Ein weiterer Redner merkte an: „Seit über 20 Jahren reden wir übers Klima.“ Ein Bewusstsein sei durch internationale Klimaprotokolle längst geschaffen worden, die Antworten lägen auf dem Tisch. „Ihr müsst sie nur endlich umsetzen.“

In den Reden wurde auch darauf hingewiesen, dass mittlerweile mehr als 15 000 Wissenschaftler das Anliegen der „Fridays-for–Future“-Bewegung unterstützen.

Der Demonstrationszug startete am Bahnhof Oldenburg (Bild: Martin Remmers)

Nicht ins Klassenzimmer sondern auf den Weg nach Oldenburg machten sich am Freitagmorgen rund 20 Nordenhamer Schüler. Ausgerüstet mit Plakaten und Plüscheisbären nahmen sie in Oldenburg an der Demonstration Fridays for Future teil.

Klimaschutz sei ein Thema, auf das aufmerksam gemacht werden müsse, meinte Gymnasiast Daniel Gepting. Die Schule nehme im Leben der Jugendlichen den wichtigsten Teil ein, bewusst diese Zeit, in der sie eigentlich in der Schule sein sollten, zu nutzen, um mehr Einsatz für den Klimaschutz zu fordern, verdeutliche, „wie wichtig das Thema Klimaschutz für uns ist“, ist der Schüler überzeugt.

Mit der Schulleitung war die Aktion nicht abgesprochen, gab Daniel Gepting zu. „Wir haben nichts gesagt, weil wir Angst hatten, dass die Lehrer es nicht erlauben“, sagte der Schüler, der sich der Schulpflicht in Deutschland durchaus bewusst ist. „Es muss jeder für sich selbst entscheiden, ob er mitkommt“, meinte Daniel Gepting.

Angst vor Konsequenzen habe er nicht, sagte er. „Wir glauben, dass die Lehrer in diesem Fall hinter uns stehen. Wenn nicht, ist es blöd, aber dann ist es halt so“, meinte auch Niklas Eppler, der sich ebenfalls an der Aktion beteiligte. Genau wie seine Schwester Julia. „Wir hatten mit circa 30 Leuten gerechnet“, berichtete die Schülerin.

Die Jugendlichen hatten auch Schüler anderer Schulen angeschrieben, von dort jedoch keine Rückmeldung erhalten, erzählt sie. Wie viele Schüler sich also an der Aktion am Freitag beteiligen würden, war ungewiss. Die Jugendlichen hatten zum Beispiel über WhatsApp-Gruppen der Klassen, aber auch in Vereinsgruppen und über Freundeslisten dazu aufgerufen, sich zu beteiligen.

Die Idee sei relativ spontan am Montag entstanden. „Da haben wir von der Demonstration in Oldenburg gelesen und uns gedacht, warum sollen wir uns da nicht beteiligen“, erzählte Julia Eppler. Denn eine eigene Demonstration in Nordenham sei – auch über den kurzen Zeitraum – nur schwer zu organisieren gewesen, berichtete sie.

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