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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Politik

Von China und Hutzelhäusern

26.06.2019

Oldenburg Nein, bescheiden ist er auch jetzt nicht. Der ehemalige Oberbürgermeister der Stadt Oldenburg (2006 bis 2014), Gerd Schwandner, zeigt sich beim Gespräch im Stadtmuseum nach wie vor selbstbewusst. „Selbstkritik ist nicht meine Stärke, das wissen Sie“, antwortet er auf die Frage von Inge von Danckelman, was er denn falsch gemacht hätte während seiner Amtszeit.

Der Verein Freunde und Förderer des Stadtmuseums sowie das Stadtmuseum selbst hatten Schwandner eingeladen und aufgefordert „Erzähl uns von früher...“. Vereinsvorsitzende von Danckelman stellte zusammen mit Museumsleiter Andreas von Seggern die Fragen. Oldenburg sei unter seiner „Regentschaft“ internationaler geworden, so der Ex-OB. Die Partnerschaft mit China sei wichtig gewesen. „Nicht allein wegen China, sondern auch, um den Blick zu weiten“, sagt der Ehrenbürger der chinesischen Stadt Xi’an.

Auch die Universität sei ein wichtiger Faktor für die Anerkennung als „Wissenschaftsstadt“. Als er 2006 das Amt in Oldenburg übernommen habe, sei das Image der Huntestadt als gemütliche Großstadt beschrieben worden. „So werden Städte mit Achtzig- bis Hunderttausend Einwohnern bezeichnet. Oldenburg hatte damals aber schon knapp 160 000 Einwohner“, so Schwandner. „Urbanität ist wichtig für eine Großstadt.“

Erster beim CSD

Er verweist darauf, dass er als erster Oberbürgermeister den Christopher-Street-Day (CSD) angeführt hat. In einer Stadt sei ein Leben für Menschen, die nicht dem gesellschaftlichen Durchschnitt entsprechen, eher möglich als auf dem Land. „Eine gewisse Anonymität ist auch ein Schutz für manche Lebensart“, hat Schwandner festgestellt.

Architektonisch habe er für Oldenburg Gebäude mit Signalcharakter angestrebt. Die damals als von ihm benannten „Hutzelhäuser“ in der Cloppenburger Straße bezeichnetet er als „blumige“ Sprache seinerseits. Die Gartenstraße dagegen sei eine „tolle“ Großstadtstraße. Nördlich des Hauptbahnhofes hätte er gern ein großes Justizgebäude gebaut.

Die Stadt Oldenburg habe sich damals immer kleiner gemacht, als sie wirklich sei, so Schwandner. Sein Bestreben sei immer gewesen: „Weg vom Klein-Klein-Konzept hin zu großzügigen Plänen.“ Das Oldenburger Pferd sei kein Zukunftssymbol und sei deshalb in der Außendarstellung zurückgestellt worden.

Und was ist mit dem Grünkohl? „Der ist der Knaller. In den USA ist es das hippste Gemüse und es ist gesund“, weiß er. Und überhaupt, das alljährliche Grünkohlessen in Berlin und das Eisbeinessen während des Kramermarktes seien wichtige Veranstaltungen für den OB. „Dort entscheidet er, wer eingeladen wird. Zum Beispiel die Vorstände von Sportvereinen oder die Integrationslotsen.“

Und wie ist er mit den wechselnden Mehrheiten im Rat fertig geworden? Es sei nicht einfach, aber wenn man es schaffe, seine Konzepte durchzusetzen, hätten sie noch eine bessere Qualität. „Kommunalpolitik ist Parteipolitik.“ Schwandner plädiert für eine mindestens achtjährige Amtszeit für einen Oberbürgermeister und nicht gebunden an eine Kommunalwahl. „Sie brauchen allein ein Jahr, um ihr Personal kennenzulernen. Dann hat man zwei Jahre Zeit, seine Ideen durchzusetzen. Und in den verbleibenden zwei Jahren will man keine Fehler mehr machen und tut bis zur nächsten Wahl gar nichts mehr“, so der Pragmatiker, der sich ganz entschieden gegen die fünfjährige Amtszeit stemmt.

Basketball passt besser

„Ein Oberbürgermeister muss Visionen vorgeben können“, sagt Schwandner. Er gerät fast in die Sprachlosigkeit, als er nach den Problemen der Umstrukturierung der Papierentsorgung (Blaue Tonnen) gefragt wird. Politik muss auf Veränderungen reagieren, gibt er hier als Postulat, ebenso wie bei der Entscheidung für die Schlosshöfe, nachdem er vorher dagegen plädiert hatte. Eines seiner größten Erfolge sei die Anerkennung als Wissenschaftsstadt gewesen. Die Chancen für eine preiswerte Lösung für ein neues Fußballstadion hätte man dagegen damals verpasst. Er tröstet aber die Zuhörer: „Basketball passt viel besser zu Oldenburg als Universitätsstadt. Basketball ist intelligenter als Fußball, es gibt hier keine Hooligans und es ist eine coole Sportart.“

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