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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Politik

Oldenburger Frauenhaus total überlaufen

25.11.2017

Oldenburg Unabhängig von Alter, sozialer Herkunft oder Religionszugehörigkeit kann jede Frau von Gewalt betroffen sein. Für Anja Kröber, Mitarbeiterin des Autonomen Frauenhauses Oldenburg, ist der internationale Tag gegen Gewalt an Frauen am 25. November ein Anlass, das Thema öffentlich zu machen. Im Rahmen des Tages gegen Gewalt an Frauen appelliert Anja Kröber an Nachbarn und Freunde, nicht wegzusehen und zur Not die Polizei einzuschalten. An die Frauen hat sie die wichtige Botschaft: „Es gibt Hilfe.“ Mit dem Frauenhaus, der Beratungsstelle gegen Häusliche Gewalt (Biss), der Beratungsstelle Olena und weiteren Ehe- und Lebensberatungsstellen sei Oldenburg (siehe Infokasten) breit aufgestellt.

Beratungsstellen in der Stadt

Autonomes Frauenhaus Oldenburg Tel. 479 81

Biss Beratungs- und Interventionsstelle gegen Häusliche Gewalt für gewaltbetroffene Frauen und Männer, Tel. 235 37 98

Kinderschutz-Zentrum Tel. 177 88

Netzwerk ProBeweis Tel. 0176/15 32 45 72

Olena Beratungsstelle für gewaltbetroffene Migrantinnen und geflüchtete Frauen,Tel. 235 34 90

Wildwasser Oldenburg e.V. Tel. 166 56

Hilfetelefon -– Gewalt gegen Frauen Tel. 0800/11 60 16

Pro Jahr nimmt das Frauenhaus 60 Frauen und etwa 80 Kinder auf. Der Bedarf sei also da, heißt es. 176 weitere Frauen mit 204 Kindern mussten abgewiesen und an andere Frauenhäuser vermittelt werden.

Die Länge des Aufenthalts der Frauen ist verschieden. „Manche Frauen bleiben ein, zwei Tage, informieren sich über die Möglichkeiten, die sie haben und kommen dann zum Beispiel bei Freunden oder Familie unter.“ Andere seien in Oldenburg gefährdet und entscheiden sich nach den Erfahrungen Anja Kröbers, in ein anderes Frauenhaus zu wechseln. Sollte die Frau sich trennen und eine Wohnung suchen, darf die Zeit im Frauenhaus bis zu sechs Monaten dauern. 

Der Aufgabenbereich der Frauenhaus-Mitarbeiter richtet sich je nach den Bedürfnissen der Hilfesuchenden. So werden die Frauen zu verschiedenen Themen beraten. Dabei geht es auch um die Existenzsicherung. „Wir kümmern uns darum, dass die Frau ein eigenständiges Einkommen hat, meistens erst einmal durch Arbeitslosengeld II.“

Auch die Wohnungssuche rückt für die Frauen in den Mittelpunkt. Die Fragen, ob sich die Frau scheiden lassen will oder Anzeige erstatten möchte, werden bei Bedarf auch geklärt, so Kröber. Zudem ist das Umgangsrecht gewalttätiger Väter zu den Kindern auch zu regeln.

Im Frauenhaus gibt es auch einen speziellen Bereich für Kinder. Zwei Erzieherinnen betreuen sie während der Woche. Um das Erlebte zu verarbeiten, können sie sich dort mit denen austauschen. „Wenn sich die Kinder sicher fühlen, dann teilen sie ihre Gefühle mit, dazu gehört auch, dass sie ihren Vater vermissen“, erklärt die Expertin.

Dabei entscheidet laut Anja Kröber die Frau, wie ihr Leben in Zukunft verlaufen soll, da ergebnisoffen beraten wird. So könne die Frau sich auch dazu entscheiden, zum Partner zurückzukehren. „Wesentlich ist, was die Frau möchte.“ Der Mann hat darüber hinaus die Option, sich bei der Täterberatung zu melden. Seit mehreren Jahren bietet das Frauenhaus auch den Tätern Hilfe an. Dennoch solle die Frau vorab bestimmte Bedingungen absprechen.

Auch nach dem Aufenthalt im Frauenhaus können durch die Experten weitere Entwicklungen begleitet werden. Die Frauen werden darüber hinaus – je nach Bedarf – in das Unterstützungs- und Beratungsnetz integriert.

Hier finden Sie eine Reportage der Serie „Ehrensache“ über die Arbeit im Frauenhaus Vechta.

Weitere Nachrichten:

Frauenhaus | Polizei