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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Politik

Fliesenlegermeister auf dem Weg in die Bundespolitik

23.03.2018

Oldenburg Ein Mann, eine Mission: Stefan Bohlken fordert die Meisterpflicht für Fliesenleger zurück. Sie wurde 2004 durch die Herausnahme der Meisterpflicht aus den zulassungspflichtigen Gewerken der Handwerksordnung abgeschafft. Ein großer Fehler, findet Stefan Bohlken. „Wir setzen uns schließlich auch nicht zu jemandem ins Auto, der keinen Führerschein hat“, sagt er.

Mit der Einschätzung der Lage ist er nicht alleine – ein Video, das Bohlken in dem sozialen Netzwerk Facebook postete, wurde bis heute bereits über 386.000 Mal aufgerufen. Doch die Forderung nach der Wiedereinführung der Meisterpflicht alleine reicht natürlich nicht. Sie muss auch die richtigen Leute erreichen. Und die sitzen in Berlin. In der neuen Bundesregierung.

Deshalb hat Bohlken nun eine Onlinepetition gestartet. 50.000 Unterstützer möchte er bis zum 12. September sammeln, seit einer Woche läuft sie. „Wir haben jetzt 2321 Unterstützer, damit bin ich für den Anfang zufrieden“, sagt Bohlken. Zur Bundestagswahl habe er das Thema aufs Tape gebracht und nach der Regierungsbildung sei es nun wichtig, das Ganze mehr nach vorne zu bringen. „Ministerpräsident Stephan Weil und auch Umweltminister Olaf Lies haben mir gesagt, dass diese Entscheidung nicht richtig war. Doch das ist ja nicht Thema der Landes-, sondern der Bundespolitik“, sagt Bohlken. „Da ist was kaputt gemacht worden und jetzt müssen wir schauen, wie und wann wir das wieder reparieren können.“

Doch warum ist die Meisterpflicht so wichtig für das Fliesen-, Platten- und Mosaiklegerhandwerk? Bohlken nennt in seiner Petition neun Argumente: Verbraucherschutz, Einhaltung von Verlegenormen, das Beseitigen von Unfallgefahren und Gesundheitsstörungen, Ausbildungsleistung, Fachkräftemangel, Fairer Wettbewerb, Stärkung des Steuer- und Sozialsystem, Stabilität und Vorsorge sowie Wohlstand und Arbeit.

Eine Anekdote, die Bohlkens Forderungen unterstützt, erzählt der Fliesenleger auch noch: Ein junger Mann wollte im Süden Deutschlands gerne Fliesenleger werden – doch er fand keine Ausbildungsstelle. Spontan entschied der junge Mann, dass er sich dann ja selbstständig machen könne. Dass da Probleme vorprogrammiert seien, könne man sich ja vorstellen, meint Bohlken.

„Das System Meister und Geselle hat ja Jahrzehnte gut funktioniert, da müssen wir hin zurück“, sagt Bohlken. Es sei natürlich wichtig, eine Übergangslösung für gesellengeführte Betriebe zu finden – schließlich seien die auch nicht alle schlecht. Bevor eine endgültige Lösung in Sicht ist, muss allerdings erst einmal die Politik reagieren. Und dafür braucht Fliesenleger Bohlken noch Unterstützung.

Lesen Sie auch: Video ist viraler Hit: Er spricht tausenden Handwerkern aus der Seele, NWZ-Artikel vom 20.9.2017


Informieren SIe sich über die Petition unter   https://www.openpetition.de/petition/online/wiedereinfuehrung-der-meisterpflicht-fuer-fliesenleger 

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