• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Politik

Ex-Kohlkönig McAllister fliegen die Herzen zu

28.10.2019

Oldenburg Die Krönung einer politischen Laufbahn ist das Amt des Oldenburger Grünkohlkönigs. Die Majestät des Jahres 2018/2019 weiß, wovon sie spricht. „Man sollte dieses Amt genießen...“, empfahl David McAllister. Der Name seines Nachfolgers, des Grünen-Bundesvorsitzenden Robert Habeck, der mit der Königswürde bislang fremdelt, fiel kein einziges Mal. Doch jeder im Saal wusste, wer gemeint ist. Die Heiterkeit war groß; der Europaabgeordnete hatte für seinen Bericht zu aktuellen Fragen der Europäischen Union beim Herrenabend der Casinogesellschaft ungeteilte Aufmerksamkeit.

Bundespolitik weit weg

Der frühere niedersächsische Ministerpräsident und Ex-CDU-Landesvorsitzende kann vergleichsweise abstrakte Themen wie die EU-Politik spannend erzählen. Einmal mehr wurde deutlich, dass sich der 48-Jährige in Brüssel eingearbeitet hat und das EU-Parlament für ihn mehr ist als ein Wartestand. Die immer wieder an McAllister herangetragenen Bitten, er möge sich für bundespolitische Aufgaben bereithalten, mögen ihm schmeicheln. Ein entsprechendes Interesse ist nicht im Geringsten erkennbar.

Mit der Beschreibung von Europa als „global payer“ statt „global player“ brachte McAllister auf den Punkt, wohin sich der größte Wirtschafts- und Handelsraum der Welt nach seiner Überzeugung entwickeln muss: zu einer auch außenpolitisch wirkungsvoll agierenden Macht.

Als „historischen Fehler“ kritisierte McAllister die Absage der EU bezüglich Beitrittsverhandlungen mit Nord-Mazedonien. Kenntnisreich schilderte der Vorsitzende im Ausschuss für auswärtige Angelegenheiten die verheerenden Folgen dieser kürzlich vor allem auf Druck Frankreichs gefällten Entscheidung.

Mit der Forderung nach mehr Schutz der EU-Außengrenzen durch den Aufbau einer europäischen Grenzschutzpolizei bricht McAllister nicht nur eine Lanze für die betroffenen Staaten. Er verbindet mit diesem Schritt auch den Willen, die „Migration besser zu steuern und im Ergebnis zu begrenzen“.

Zustimmung erhielt McAllister bei den Zuhörern für die Forderung, Internetkonzerne zu besteuern. Wer in Europa Gewinne erwirtschafte, müsse die Infra­struktur und die Ausbildung der Facharbeiter mitfinanzieren. Sollten in den nächsten Monaten keine weltweit gültigen Regeln erstellt werden, müsse die EU eine Digitalsteuer auf den Weg bringen.

Lob der Bundeswehr

Der vor wenigen Tagen aus dem Amt verabschiedete Präsident der Europäischen Zentralbank, Mario Draghi, habe zumindest „meine politischen Erwartungen nicht erfüllt“, sagte McAllister. Es müsse der Grundsatz gelten, nur soviel Geld auszugeben, wie vorhanden sei, kritisierte McAllister die lockere Geldpolitik des bisherigen obersten Währungshüters der EU.

Johannes Reichelt, der Vorsitzende der Casinogesellschaft, fasste den langanhaltenden Beifall für McAllister in Dankesworten zusammen. Und ergänzte in Bezug auf das Kohlkönigsamt: „McAllister war ein Kohlkönig, der noch mit den Insignien der Macht umzugehen wusste; das ist nicht jedem gegeben.“

Ein schönes Kompliment hatte auch der Chef des Stabes der 1. Panzerdivision, General Jürgen-Joachim von Sandrart, parat. Der Stab, der Ende 2015 von Hannover nach Oldenburg verlegt wurde, sei hier hervorragend aufgehoben. „Die Stadt ist uns in einem Umfang zugewandt, wie es Hannover nie war.“

Christoph Kiefer Redaktionsleitung / Redaktion Oldenburg
Rufen Sie mich an:
0441 9988 2101
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.