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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Politik

„Spurensuche“: Premiere in Oldenburg

02.12.2019

Oldenburg /Jever Der Film „Spurensuche“ über die Geschichte der Sinti und Roma in der Zeit des Nationalsozialismus wird erstmals am Mittwoch, 11. Dezember, einem kleinen Kreis in Jever gezeigt. Das sagte Christel Schwarz, Vorsitzender des Freundeskreises der Sinti und Roma in Oldenburg und Vorstandsmitglied des Landesverbands der Sinti und Roma in Niedersachsen.

Eine öffentliche Aufführung ist in Oldenburg für Sonntag, 19. Januar, im Cine K in Oldenburg geplant (17 Uhr; Bahnhofstraße 11). Zur Premiere soll auch Musik der Gruppe „Sinti Swing“ zu hören sein.

Sinti und Roma waren zusammen mit einem Filmteam unterwegs – in Jever und Friesland, danach in den KZ-Gedenkstätten Sachsenhausen und Bergen-Belsen. Thema ist unter anderem die Deportation der Sinti-Familie Frank und Franz aus Bohlenberge (Gemeinde Zetel): Die Eltern und ihre sechs Kinder waren am 8. März 1943 nach Auschwitz deportiert worden. Nur zwei aus der Familie überlebten, die Geschwister Anton und Margot. Margot Schwarz (geb. Franz) ist die Mutter von Christel Schwarz, zum Zeitpunkt der Deportation war sie 18 Jahre alt.

Noch einen Bezug gibt es zur Stadt Jever. Dort wurde Christel Schwarz‘ Vater, Friedrich Schwarz, 1938 als „arbeitsscheu“ deportiert und ins Konzentrationslager geschafft. Mit kurzer Unterbrechung verbrachte er den Krieg in Konzentrationslagern und musste Zwangsarbeit leisten.

Zum Holocaust-Gedenktag am Montag, 27. Januar, wird wieder eine Veranstaltung am Erinnerungsmal für die deportierten Sinti-Familien aus dem Nordwesten in Oldenburg stattfinden (12 Uhr, Friedhofsweg, gegenüber dem Polizeigebäude). Vom Ziegelhof waren im März 1943 75 Sinti nach Auschwitz deportiert worden. Die meisten kamen in dem Vernichtungslager um. „Wir hoffen, dass viele Schulklassen dabei sind“, sagte Christel Schwarz, der zum Holocaust-Gedenktag auf starke öffentliche Beteiligung zählt. Schließlich ist es der 75. Jahrestag der Befreiung des Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz.

Für den Sommer 2020 hat der Freundeskreis der Sinti und Roma ein kulturelles Vorhaben: Zum Oldenburger Kultursommer würde der Freundeskreis gern auf der Schlossplatzbühne ein Sinti-Musikfest mit Tanz und Musikgruppen organisieren. In Osnabrück und Braunschweig hätten ähnliche Musikfestivals schon stattgefunden. Dazu soll auch ein hölzerner Wohnwagen nach Oldenburg geholt werden, wie ihn Sinti in früheren Zeiten zum Reisen von Ort zu Ort genutzt hatten. Der Wagen soll als Info-Punkt dienen.

Zwar kostet es viel Geld, den Wohnwagen nach Oldenburg zu holen und das Festival zu organisieren, „doch wir wollen zeigen, dass wir Oldenburger Sinti etwas auf die Beine stellen können“, sagte Christel Schwarz. 600 Sinti gibt es in Oldenburg, hat der Freundeskreis der Sinti und Roma ermittelt.

Als Sinti (Einzahl: Sinto und Sintizza) bezeichnen sich die schon seit Hunderten von Jahren in Deutschland ansässigen Angehörigen der Minderheit. Als Roma (Einzahl: Rom; das Wort bedeutet Mensch) bezeichnet sich die ost- und südeuropäische Minderheit.

Hans Begerow Leitung / Politik/Region
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