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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Politik

Null Toleranz bei Gewalt gegen Helfer

22.03.2018

Oldenburg Die Gewalt gegen Polizei, Feuerwehr und Rettungskräfte nimmt seit Jahren zu. Allein im Jahr 2017 wurden 1287 niedersächsische Polizeibeamte im Dienst verletzt. Im Gesprächsformat „unterwegs“ des Radiosenders Bremen Zwei sprach Moderator Stefan Pulß mit Vertretern der gefährdeten Berufsgruppen. Anstoß für die Diskussionsrunde waren die wiederholten Meldungen von Angriffen auf Einsatzkräfte.

Für die erhöhte Anzahl von Gewaltdelikten gegen Polizisten und Rettungskräfte gibt es verschiedene Gründe. „Oft befinden sich die Täter, meist junge Männer, in Ausnahmezuständen, in denen sie sich beweisen wollen“, erklärt Bettina Zietlow vom Kriminologischen Forschungsinstitut Niedersachsen. Laut Axel Brockmann, Landespolizeipräsident Niedersachsen, hat die Gewaltbereitschaft zugenommen und der Respekt vor Autoritäten abgenommen. Dadurch komme es häufiger zu Auseinandersetzungen.

Die Polizei probiert dem Problem unter anderem mit besserer Schutzausrüstung entgegenzuwirken. „Die Bodycams waren uns ein großes Anliegen und wir freuen uns auf ihren Einsatz“, so der Landesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei, Dietmar Schilf. Mit den zur Ausrüstung gehörenden Kameras sollen Übergriffe auf Beamte dokumentiert werden. Auch in der Ausbildung wird größerer Wert auf den Schutz gegen körperliche Attacken gelegt. „In der Notfallsanitäterausbildung gibt es Module zur Kommunikation an Einsatzorten und zur Deeskalation, damit gefährliche Situationen erst gar nicht entstehen“, beschreibt Daniel Schulte, Referent des Deutschen Roten Kreuzes (DRK), die Gewaltprävention.

Aber was passiert, wenn eine Rettungskraft Opfer eines Angriffes geworden ist? Das DRK bietet Psychosoziale Notfallversorgung (PSNV) an – „Erste Hilfe für die Seele“. „Dabei geht es in erster Linie darum die Einsatzkräfte möglichst schnell in ihren normalen Alltag zurückzuführen“, fasst Heinz Dierker vom DRK zusammen. Obwohl viele Rettungskräfte probieren, alleine mit der Situation klarzukommen, nimmt die Nachfrage kontinuierlich zu.

Auch die Politik beschäftigt sich mit dem Thema. Seit letztem Sommer drohen bei Angriffen auf Vollstreckungsbeamten und Rettungskräfte bis zu fünf Jahren Haft. „Das ist ein wichtiges Signal dafür, dass Gewalt nicht toleriert wird“, so Landespolizeipräsident Brockmann.

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