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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Politik

Interkultureller Austausch an erster Stelle

16.10.2017

Oldenburg „Was können wir hier vor Ort tun, damit es global zu fairem Handel kommt?“ Diese Frage stellt sich Walburga Hahn vom Ökumenischen Zentrum in Oldenburg schon seit langem und organisierte deshalb in diesem Jahr zum 22. Mal den Markt der Völker im PFL, der fairen Handel und Entwicklungspolitik in die Öffentlichkeit bringen soll. Besucher konnten dort am Samstag und Sonntag verschiedene Projekte aus Afrika, Asien und Lateinamerika kennenlernen, sich mit Menschen aus anderen Kulturkreisen austauschen und Produkte aus fernen Ländern kaufen. Grußkarten, Kerzen, Tücher, Holzfiguren und vieles mehr wurden auf den bunten Tischen der jeweiligen Organisation oder Gruppe ausgebreitet. Während des Verkaufs von kunsthandwerklichen Produkten wurden außerdem viele Infos über Land und Leute ausgetauscht. Zwölf Gruppen waren am Wochenende vertreten, um von ihren Projekten und der Entwicklung in den Ländern zu berichten. Die Nepalhilfe ließ von den Auswirkungen des schweren Erdbebens von 2015 und den Entwicklungen seitdem erzählen, zwei junge Oldenburger berichteten außerdem von ihren Erfahrungen bei Freiwilligendiensten im Ausland.

Am Sonntag, einen Tag vor dem UN-Welternährungstag, lag der Fokus der Veranstaltung auf Ernährung und der nachhaltigen Entwicklung in der lokalen und globalen Landwirtschaft. Verschiedene Vorträge, Ausstellungen und Workshops sollten den Besuchern dieses Thema näher bringen. „Die Besucher, die herkommen, sind alle interessiert an der Thematik, weshalb es immer zu spannenden Gesprächen kommt“, weiß Hanna Hullmann von Unicef. „Außerdem kann man mit kleinen Spenden und Käufen schon so viel erreichen – ein Stapel Grußkarten entspricht zum Beispiel ungefähr 20 Impfungen für Kinder in Not.“

Auch das Ehepaar Taddey aus Varel ist jedes Jahr beim Markt der Völker vertreten. Seit sie im Ruhestand sind, bieten sie unter dem Namen „Indienhilfe“ Waren aus Indien an und unterstützen verschiedene Projekte wie das Frauen-Projekt in Penukonda (Südindien), wo Frauen Grußkarten per Hand besticken und damit Geld verdienen. „Die Frauen haben so sogar die Möglichkeit, eine Familie zu gründen“, erzählt Manfred Taddey, der vor rund 20 Jahren selber in Indien gelebt hat. „Wir kennen hier gar keine richtige Armut. Wenn man bei uns sagt, die Leute sind arm – dann ist das was ganz anderes.“ Das berichtet auch die 19-jährige Lara Gaßler, die im Juli von ihrem Freiwilligendienst aus Peru zurückgekehrt ist. „Wir nehmen hier alles für selbstverständlich, dabei ist es das überhaupt nicht. Ich habe mich total erschrocken, als in Deutschland am Flughafen warmes Wasser aus dem Hahn kam!“

Sowieso sei fließendes Wasser ein Luxus, den sie nun zu schätzen wisse. Die junge Frau sollte in der Hauptstadt Lima an einer staatlichen Grundschule unterrichten, was sie als sehr schwer beschreibt. „Eine Fremdsprache über eine andere Fremdsprache vermitteln, ohne vorher jemals unterrichtet zu haben – das war nicht so einfach.“ Später habe sie dann als Assistenz-Lehrkraft vor einer Klasse bestehend aus 52 Schülern gearbeitet. „Das hat mir deutlich mehr Spaß gemacht, da ich nicht mehr ganz so viel Verantwortung hatte und die Klasse auch besser kennenlernen konnte.“ Auf die Frage, was ihre Motivation hinter so einem Freiwilligendienst war, antwortet sie: „Man will etwas Gutes tun“. Dies sei aber schwerer als man es sich vielleicht zunächst vorstellt. „Letztendlich konnte ich als Ungelernte nicht viel machen – der interkulturelle Austausch ist mir aber trotzdem wichtig .“ Interkultureller Austausch stand beim Markt sowieso im Mittelpunkt – Menschen aus Ghana, Tansania, Deutschland und vielen anderen Ländern erzählten sich hier gegenseitig von Entwicklungen und Problemen in ihren Heimatländern.

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