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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Politik

Menschenrechte: Rückendeckung für jüdische Gemeinde

30.10.2019

Oldenburg Mit der einstimmigen Annahme einer Resolution stellte sich der Rat in seiner jüngsten Sitzung hinter die freie Entfaltung jüdischen Lebens in Oldenburg. „Der Rat der Stadt Oldenburg erklärt seine Solidarität mit der jüdischen Gemeinde in Oldenburg“, heißt es in der von Ratsherr Jonas Christopher Höpken eingebrachten Resolution. Der Rat wende sich gegen jede Form von Antijudaismus und Antisemitismus, heißt es in der Erklärung. Die jüdische Gemeinde sei integraler Bestandteil der städtischen Gemeinschaft; „sie gehört zu uns“. Wer sich gegen Jüdinnen und Juden in Oldenburg wende, „wendet sich gegen uns alle und hat unseren entschiedenen Widerspruch zu erwarten“.

Vertreter mehrerer Fraktionen stellten sich nachdrücklich hinter die Erklärung und dankten dem Verfasser für dessen Initiative. Hintergrund der Erklärung ist der terroristische Anschlag mit zwei Toten vor wenigen Wochen in Halle. Er zeige die Notwendigkeit, „die Sicherheit der jüdischen Gemeinde bestmöglich zu garantieren“.

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Oldenburg habe „besonderen Grund, wachsam zu sein gegen Antisemitismus“, auch vor dem Hintergrund der eigenen Stadtgeschichte. Nach dem 1. Weltkrieg sei „der Antisemitismus auch in Oldenburg immer gesellschaftsfähiger und immer offener praktiziert“ worden. So sei zu öffentlichen Veranstaltungen bereits vor der Machtergreifung der Nazis mit dem Hinweis eingeladen worden: „Juden haben keinen Zutritt.“

Die Resolution erinnert an die Nacht auf den 10. November 1938, in der die Synagoge an der Peterstraße zerstört und die männliche jüdische Bevölkerung deportiert wurde. Die Neugründung der jüdischen Gemeinde 1992 sei „ein großes Geschenk“, heißt es weiter. Rabbinerin Alina Treiger gebe der jüdischen Gemeinde ein „der Stadt offen zugewandtes Gesicht“.

Auch Ratsherr Gerhard Vierfuß (AfD) stellte sich hinter die Resolution. Sein Redebeitrag wurde allerdings durch AfD-Kritiker auf den Rängen des Veranstaltungssales im Kulturzentrum PFL gestört. Ratsvorsitzender Bernd Ellberg (SPD) forderte mit Nachdruck, Vierfuß sprechen zu lassen und drohte, die Sitzung abzubrechen. Der Redebeitrag von Vierfuß war beendet, bevor der Streit eskalierte.

Christoph Kiefer Chefreporter / Reportage-Redaktion
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