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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Politik

Ossietzky-Preisträgerin Ágnes Heller gestorben

24.07.2019

Oldenburg Die ungarische Philosophin und Carl-von-Ossietzky-Preisträgerin des Jahres 2012, Ágnes Heller, ist am bereits am Freitag, 19. Juli, während ihres Urlaubs am Balaton gestorben. Das teilte die Stadt Oldenburg am Dienstag mit. Die bedeutende Intellektuelle und scharfe Kritikerin Viktor Orbáns wurde 90 Jahre alt.

Den von der Stadt verliehenen Carl-von-Ossietzky-Preis erhielt sie „aufgrund ihrer Furchtlosigkeit, mit der sie zeitlebens unter wechselnden Regimen ihren eigenen Überzeugungen gefolgt ist. Als europäisch und kosmopolitisch denkende Intellektuelle gibt sie einem verängstigten Europa ein eindrucksvolles Beispiel“, so die Begründung der Jury 2012.

Bei der Preisverleihung, einem Schülergespräch und einer Podiumsdiskussion zum Thema „Demokratie und Freiheitsrechte in Ungarn“ beeindruckte Heller nachhaltig mit ihren dezidierten Statements und Analysen zum Erstarken von Rechtspopulismus und Nationalismus.

Heller wurde 1929 als Tochter jüdischer Eltern in Budapest geboren. Während ihr Vater und viele ihrer Verwandten und Freunde in der Zeit des Nationalsozialismus ermordet wurden, überlebten sie und ihre Mutter die Judenverfolgung knapp. Nach dem Abitur studierte sie Philosophie bei Georg Lukács. Sie war streitbar und wurde ob ihrer Meinung mit Berufs- und Reiseverboten unter Druck gesetzt. 1977 emigrierte sie nach Australien und lehrte Soziologie in Melbourne. Anschließend übernahm sie als Nachfolgerin von Hannah Arendt den Lehrstuhl für Philosophie an der New School for Social Research in New York. Sie kehrte 1989 nach Ungarn zurück. In ihrem Heimatland engagierte sie sich entschieden gegen die rechtsnationale Politik Viktor Orbáns und seinen Umbau von Staat und Gesellschaft.

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