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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Politik

Hängepartie in Berlin – nicht nur bei Regierungsbildung

18.12.2017

Oldenburg Wann inthronisieren die Oldenburger ihre neue Kohlmajestät? Wer soll es denn diesmal sein? – Diese Fragen bewegen das Kohlvolk an der Hunte. In früheren Jahren konnten sich die Oldenburger Untertanen den Termin für das feierliche Kohläten – meist an einem Montag im Februar oder März in Berlin – schon im November in die Terminkalender eintragen. Oft war es der NWZ durch hartnäckige Recherche gelungen, bereits zu diesem Zeitpunkt den Namen der neuen Majestät zu enthüllen.

Nun geht es auf Weihnachten zu und noch nicht einmal der Termin für das 61. Kohläten 2018 steht fest, wie aus Organisationskreisen zu hören ist.

Ja, man sei in diesem Jahr spät dran, heißt es hinter vorgehaltener Hand. Schuld sei die späte Regierungsbildung in Hannover und die Hängepartie bei der Koalitionsbildung in Berlin, ist zu hören. Solange die Ministerriegen noch nicht feststehen, sei es dem Kurfürstlichen Kollegium nicht möglich, einen würdigen Nachfolger für die amtierende Kohlmajestät Andrea Nahles auszuwählen.

Diese Erklärung leuchtet einerseits ein. Andererseits hat zumindest in Hannover die neue Landesregierung ihre Arbeit aufgenommen. Die Kabinettsmitglieder, die grundsätzlich als wählbar gelten, stehen also seit einigen Wochen fest.

Derzeit schwingt eine weibliche Kohlmajestät, die der SPD angehört, das Zepter übers Kohlvolk. Einem ungeschriebenen Gesetz zufolge böte sich für die Nachfolge nun ein männlicher Politiker aus den Reihen der CDU an. Bernd Althusmann, Spitzenkandidat der CDU bei der Landtagswahl und nun zweiter Mann in der Regierung Stephan Weil (SPD), würde die Kriterien erfüllen.

Wollen die Oldenburger Königsmacher erst die Wahl der Berliner Ministerriege abwarten, bevor sie sich für Althusmann entscheiden? Oder tut sich das politisch tonangebende rote Lager in Oldenburg schwer, parallel zum Tauziehen in Berlin einen „Schwarzen“ zu bundesweit beachteten Kohl-Ehren zu erheben? Althusmann würde – nach der vor wenigen Tagen zelebrierten rot-schwarzen Haushaltsmehrheit im Oldenburger Rat – ein weiteres politisches Zeichen setzen: GroKo in Berlin, GroKo in Hannover – und GroKo in Oldenburg.

Neben dem stellvertretenden Ministerpräsidenten von Niedersachsen kommen auch Spitzenpolitiker aus anderen Bundesländern in Frage. Armin Laschet, CDU, Karnevalserprobter Ministerpräsident aus der Staatskanzlei in Düsseldorf, wäre ein solcher Name. Auch Winfried Kretschmann, Grüne, aus Baden-Württemberg – den außer dem Parteibuch nichts von einem CDU-Landesvater unterscheidet – würde die Kohl-Ehre zu tragen wissen.

Auf wen auch immer die Wahl fallen wird: Die Zeit für einen geordneten Übergang wird knapp. Die Amtszeit der für ein Jahr gewählten Regentin Andrea Nahles läuft im März ab. Da der politische Betrieb nach der Weihnachtspause erst Mitte Januar wieder auf Touren kommt, ist mit einer baldigen Entscheidung nicht zu rechnen.

Und dann? Andrea Nahles würde wohl bis zur Wahl eines Nachfolgers im Amt bleiben – ob es auch geschäftsführende Kohlmajestäten gibt, müssen die mit den Wahlmodalitäten vertrauten Kohl-Juristen allerdings erst noch prüfen.

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