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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Politik

Viele Themen sind noch so aktuell wie einst

23.11.2018

Oldenburg Eine der ersten Amtshandlungen von Annette Fischer, der ersten Frauenbeauftragten der Stadt (64), war vor 30 Jahren die Umbenennung der „Gleichstellungsstelle“ in „Frauenbüro“. Die aktuelle Frauenbeauftragte Wiebke Oncken (32) hat das Büro gleich nach ihrem Amtsantritt im März 2015 von „Frauenbüro“ in „Gleichstellungsbüro“ umgetauft. Ausdruck gegensätzlicher Ansichten? Nein, Ausdruck unterschiedlicher Zeiten, sagt Annette Fischer im Gespräch mit der NWZ. Ihr sei es zunächst um die Förderung der Frauen gegangen, daher der neue Name.

Dass es ihre Stelle überhaupt gab, sei die Initiative der Ratsfrauen gewesen – „und zwar parteiübergreifend“. In der Verwaltung sei der Wunsch nach einer Frauenbeauftragten nicht sehr ausgeprägt gewesen. Von dort – und auch aus der sehr aktiven Frauenszene sei ihr zunächst einiges Misstrauen entgegengeschlagen.

Als sie im August 1988 ihr Amt antrat, lag vor ihr ein großes unbeackertes Feld. „Wir konnten uns aussuchen, wo wir zuerst aktiv werden wollen.“ Die Ungleichbehandlung von Männern und Frauen sei im öffentlichen Bewusst noch nicht wirklich angekommen gewesen. Deshalb sei die Öffentlichkeitsarbeit besonders wichtig gewesen.

Ihr erstes großes Projekt war eine Ausstellung über Rollenbilder in den Büchern der Kibum. „Papa arbeitet, fährt Auto und sitzt abends im Sessel, Mama putzt und kocht. Dass unsere Ausstellung zur Wanderausstellung wurde, hat gezeigt, dass das Thema wichtig war.“ Heute steht sie wieder im Gleichstellungsbüro und wird von der aktuellen Gleichstellungsbeauftragten Wiebke Oncken gehütet – und geschätzt. „Das Thema ist auch heute noch aktuell.“ Ein anderes Projekt, das bis heute nachwirkt, war ein Architektinnen-Wettbewerb für eine Mehrfamilienhausanlage, die sich nicht nur am traditionellen Familienmodell orientiert. Sie steht noch heute in der Tempelstraße in Ohmstede.

Wichtige Themen waren vor 30 Jahren auch die Gewalt an Frauen oder die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Und sie sind es noch heute, betont Wiebcke Onnen. Viele Zahlen hätten sich kaum verändert. Allerdings sei es heute wichtig, auch aus Sicht der Männer auf die Themen zu schauen. „Es hilft nichts, wenn es flexible Arbeitszeitmodelle gibt und die Männer an ihrem Rollenbild festhalten.“ Deshalb war für sie die nochmalige Umbenennung des Büros folgerichtig.

Einig sind sich die beiden Frauen aus zwei Generationen in der Quotenfrage. „Wir haben es lange genug mit gutem Willen und Bildung probiert. Es gibt aber immer noch viel zu wenige Frauen in Spitzenpositionen“, sagt Annette Fischer. Dabei bekommt sie die Zustimmung von Wiebke Oncken, die früher der Meinung war, es müsse auch ohne gehen. „Aber je länger ich beobachte, dass sich so gut wie nichts ändert, desto stärker komme ich zu dem Schluss, wir brauchen sie.“ In der Kommunalpolitik seien auch Projekte wie „Politik braucht Frauen“, bei dem Frauen ein Jahr lang in die Kommunalpolitik schnuppern können. Drei der 44 Frauen des ersten Durchgangs sitzen heute im Oldenburger Rat.

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Katja Mielcarek Redakteurin / Redaktion Oldenburg
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