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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Politik

Oldenburger Rabbinerin Geehrt: Kämpferin für die Rechte jüdischer Frauen

13.03.2020

Oldenburg Der Zonta-Club Oldenburg zeichnet Frauen, die sich besonders für Gleichberechtigung einsetzen, als Zonta-Frau des Jahres aus. Im Vorjahr war die Unternehmerin Linda Rosenkranz („Pianohaus Rosenkranz“) Zonta-Frau des Jahres, im Jahr zuvor Bettina Unruh, Geschäftsführerin der Baumhaus Inklusion gGmbH (Hotel „Villa Stern“).

In die Reihe der Geehrten reiht sich mit der Verleihung des Wanderpreises in diesem Jahr eine weitere herausragende Persönlichkeit ein. Die Rabbinerin Alina Treiger erhält die Auszeichnung nicht nur aufgrund ihres bemerkenswerten Lebenslaufes. Auch als Stimme der Frauen im Judentum machte sich die Oldenburger Rabbinerin überregional einen Namen.

Dr. Elisabeth Schlesinger, Vorsitzende der jüdischen Gemeinde Oldenburg, zeichnete in ihrer Laudatio im Musik- und Literaturhaus „Wilhelm 13“ Alina Treigers Weg aus einfachen Verhältnissen zur ersten nach dem Holocaust in Deutschland ausgebildeten Rabbinerin einfühlsam nach.

Ein aufwendiges Auslandsstudium war der in der ukrainischen Stadt Poltawa in einfachen Verhältnissen aufgewachsenen Frau alles andere als in die Wiege gelegt.

Die Ausbildung führte sie über das Moskauer „Institute of progressive Judaism“ zum Abraham-Geiger-Kolleg Potsdam, wo sie über Jahre als einzige Frau studierte. Mit dem schmalen Ausbildungsbudget habe sie ihre Mutter nach dem Tod des Vaters noch unterstützt. „Wo gibt es das sonst?“, fragte Elisabeth Schlesinger.

Rund zehn Jahre Ausbildung lagen hinter der heute 41-Jährigen, als sie 2011 als Rabbinerin – mit jeweils einer halben Stelle – nach Oldenburg und Delmenhorst kam. Gemeindevorsitzende Schlesinger nannte es „ein Geschenk des Himmels“, dass die Rabbinerin Seelsorge-Gespräche mit vielen älteren Mitgliedern nicht nur auf Deutsch, sondern auch auf Russisch oder Ukrainisch führen könne.

Die neue Zonta-Frau des Jahres eröffnete ihre Danksagung mit dem Verweis, die Ehre gebühre allen Frauen, die „in unseren Tagen wahrlich heldenhaft ihren Alltag mit dem Beruf verbinden“.

Ihr sei bewusst, dass viele Erwartungen auf ihr ruhten. Weibliche Rabbiner sollten Normalität werden. Sie sei nicht „aus rein feministischen Gründen“ Rabbinerin geworden und wolle keinen „Konkurrenzkampf mit Männern austragen“. Sie gehe wie viele Frauen ihrer Berufung nach.

Seit zehn Jahren verleiht der Zonta-Club Oldenburg der jeweiligen Preisträgerin eine Skulptur, die als Wanderpreis nach einem Jahr weitergegeben wird. Die Auszeichnung unterstützt das Ziel des vor über 100 Jahren gegründeten weltweiten Clubs, für Gleichberechtigung und ein besseres Leben von Frauen zu kämpfen. Die Oldenburger Präsidentin Swantje Fisser-Beilfuß – der Club hat rund 30 Mitglieder – begründete die Vergabe an Alina Treiger mit der Notwendigkeit, ein „Zeichen gegen rechtsradikales Denken und ein veraltetes Frauenbild zu setzen“. Mit einem bezaubernden Musikvortrag bereicherte Klarinettistin Katharina Muhr aus Loy den Abend.

Christoph Kiefer Chefreporter / Reportage-Redaktion
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